City-Sieg im Manchester-Derby: Was Guardiola mit Köln verbindet


Das Elf-Punkte-Spiel: Dass Pep Guardiola in seiner zweiten Saison in England viel Erfolg haben würde, war zu erwarten. Dass City aber so stark sein würde, konnte niemand ahnen. Die Premier League ist für ihre Ausgeglichenheit bekannt. Aber ausgeglichen ist in diesem Jahr nur der Kampf um die Plätze zwei bis sechs. City hingegen ist nach dem Sieg im Old Trafford fast schon so sicher Meister, wie der 1. FC Köln aus der Bundesliga abgestiegen ist.

Das Ergebnis: 1:2. Elf Punkte Vorsprung. City ist Meister. Wenn kein epischer Einbruch passiert.

Tal der Ahnungslosen: Nur in vier Ländern des Planeten wurde das Manchester-Derby nicht ausgestrahlt, wie die BBC ermittelt hat: Nordkorea, Kuba, Moldawien und St. Kitts and Nevis.

Mourinho gegen Guardiola, Sie kennen das: United musste zwar idealerweise gewinnen, um den Rückstand auf den Stadtrivalen zu verkleinern. Aber eine proaktive Spielweise einer José-Mourinho-Elf gegen eine Guardiola-Mannschaft, das hat die Welt noch nicht gesehen. Zudem fehlte Paul Pogba gesperrt nach seiner Roten Karte gegen Arsenal. Entsprechend defensiv agierten die Gastgeber: Keine 30 Prozent Ballbesitz in der ersten Hälfte, und kein Abschluss bis in die Nachspielzeit vor der Pause.

Die erste Hälfte: Alle Dominanz brachte City lange nicht viel, bis ein Schuss von Leroy Sané aus spitzem Winkel von David de Gea ins Toraus abgewehrt wurde. Kevin de Bruyne brachte den Eckstoß vors Tor, Romelu Lukaku verlor das Luftduell gegen Nicolás Otamendi und David Silva staubte ab zum 0:1 (43. Minute). Doch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte glich United etwas überraschend aus. Bei einem langen Ball verschätzte sich Fabian Delph, Marcus Rashford nutzte das zum 1:1.

Freundlicher als die Polizei erlaubt: Mittlerweile ist kein Derby auf der Welt so erbittert, dass sich nicht Souvenirhändler fänden, die Freundschaftsschals verkaufen. Für Traditionsfans sind solche Accessoires ein Graus. Und nicht nur für die: Die Polizei von Manchester forderte auf Twitter dazu auf, das Auftauchen sogenannter "Half and Half Scarves" zu melden – Verhaftungen würden dann in Erwägung gezogen.

Die zweite Hälfte: Etwas ausgeglichener als die erste. Aber immer noch war City die spielbestimmende und gefährlichere Mannschaft. Der Siegtreffer fiel erneut nach einem Standard, und erneut war Otamendi beteiligt. Nach seinem Assist zum 0:1 traf der Argentinier diesmal selbst, nachdem Lukaku einen Freistoß von David Silva so ungeschickt geklärt hatte, dass der Ball von Chris Smalling zu Otamendi prallte. United hatte eine große Doppelchance zum erneuten Ausgleich, aber Ederson parierte zweimal in Folge herausragend gegen Lukaku und Juan Mata – erst mit dem Gesicht, dann direkt danach mit dem Oberkörper. Das rettete den Auswärtssieg.

Ederson pariert gegen Juan Mata

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Ederson pariert gegen Juan Mata

Rekord: Manchester Citys phänomenale Siegesserie ist nicht nur nach den Maßstäben der jüngsten Jahre beachtlich. Die 14 Siege am Stück stellten den ewigen englischen Erstligasaison ein. Und in England gibt es seit 1888 eine erste Liga. Am Mittwoch gastiert City beim Tabellenletzten Swansea City. Dann können sie sich den alleinigen Rekord holen.

Manchester United – Manchester City 1:2 (1:1)
0:1 David Silva (43.) 1:1 Rashford (45.) 1:2 Otamendi (54.)

Manchester United: De Gea – Valencia, Smalling, Rojo (46. Lindelof), Young – Herrera (82. Mata), Matic – Martial, Lingard (76. Ibrahimovic), Rashford – Lukaku

Manchester City: Ederson – Walker, Kompany (46. Gündogan), Otamendi, Delph – de Bruyne, Fernandinho, David Silva – Sterling, Gabriel Jesus (59. Mangala), Sané (88. Bernardo Silva)
Gelbe Karten: Rojo, Rashford, Herrera, Young / Walker, David Silva
Schiedsrichter: Oliver