Renn-Spektakel des Jahres – Porsche lässt die Sau raus

Es ist das härteste und außergewöhnlichste Autorennen der Welt. Ein 24 Stunden langes Pulsschlag-Adrenalin-Highlight. 260 000 Zuschauer werden am „Circuit des 24 Heures“ in Le Mans im Nordwesten Frankreichs erwartet. Wenn Mythen eine Heimat haben, werden sie hier geboren. 

Am Samstag um 15 Uhr startet das Kracher-Rennen des Jahres.

Porsche

Porsche feiert 70 Jahre Sportwagen mit dem größten GT-Werkseinsatz der Porsche-Unternehmensgeschichte, einem der größten GT-Aufgebote überhaupt. Und bringt zwei 911 RSR im Legenden-Design.

► Für die Fans holt Porsche die Sau raus, das rosafarbene Äußere des Porsche 917/20 – auch „Dicke Berta“ und „Trüffeljäger von Zuffenhausen“ genannt.

► Ein zweites Antlitz gleicht dem des erfolgreichsten Le-Mans-Siegers aller Zeiten: Der Rekord-Porsche 956 erlebt sein optisches Comeback.

„Le Mans ist unser Höhepunkt. Wir sind so gut vorbereitet wie noch nie“, sagt Dr. Frank-Steffen Walliser, Leiter Motorsport und GT-Fahrzeuge. „Mit insgesamt zehn Porsche 911 RSR sind wir am Start.“

Porsche

Vier Werksautos von Porsche treffen in der GTE-Pro-Kategorie mit Ferrari, BMW, Ford, Corvette und Aston Martin auf fünf konkurrierende Hersteller-Teams.

Sechs Porsche 911 RSR treten in der GTE-Am-Klasse an. Darunter ist das Team Dempsey Proton-Racing von Hollywood-Star Patrick Dempsey, bekannt aus Grey’s Anatomy. Insgesamt wollen zehn 911 RSR dem Langstreckenklassiker ihren Stempel aufdrücken.

„Ich hoffe wir schaffen es auf’s Podium“, sagt Patrick Dempsey. „Porsche formt Le Mans und Le Mans formt Porsche.“
„Ich hoffe wir schaffen es aufs Podium“, sagt Patrick Dempsey. „Porsche formt Le Mans und Le Mans formt Porsche.“Foto: Porsche

► Warum ist ein Sieg in Le Mans das Wichtigste, das jeder Fahrer in seinem Leben erreichen will?
Wenn jemand in den Motorsport einsteigt, ist es immer das ultimative Ziel nach Le Mans zu kommen, hier anzutreten und das Rennen zu gewinnen. Wenn das erreicht ist, ist das ein Wendepunkt im Leben.

► Was macht Le Mans mit einem Fahrer?
Es verändert die mentale Einstellung, viel mehr als jedes andere Rennen.

► Was ist Ihr liebstes Le Mans Geräusch?
Wenn die Runden losgehen und alle zum ersten Mal den Motor starten. In diesem Moment geht es bereits um alles, es geht los und Du kannst fühlen, wie Dir das Adrenalin in die Adern fließt.

► Wie verbringen Sie diese 24 Stunden?
Ich werde mit meinem Team in der Box sein.

► Wenn Le Mans 2018 ein Film wäre, was wäre der Titel?
Erwarte das Unerwartete.

Aus Respekt vor den Legenden. Bereits 1971, vor fast 50 Jahren, sorgte die rosa Lackierung mit aufgezeichneten Fleischpartien auf dem Porsche 917/20 für Erstaunen. Die auffälligen Farben sind heute längst ikonisch. In Le Mans hat dieser 911 RSR die Startnummer 92.

Auch das zweite Sonderdesign ist ein großer emotionaler Tribut – eine Erinnerung an den legendären Porsche 956. Er wurde 1982 erstmals mit einem Alu-Fahrgestell konstruiert, startete im Rothmans Design und gewann auf Anhieb. Gemeinsam mit seiner Evolutionsstufe, dem Porsche 962, ist er mit sieben Siegen bis heute der erfolgreichste Le-Mans-Prototyp aller Zeiten. Seine Start-Nummer am Samstag? Die 91!

Porsche

Porsche

„Es ist wichtig, seine Konzentration über den gesamten Zeitraum hochzuhalten“, sagt Michael Christensen, aus der Start-Nummer 92. „Kein anderes Rennen gibt dem Fahrer ein solches Gefühl“, ergänzt sein Cockpit-Kollege Kévin Estre.

Porsche

Als bis dahin einziger deutscher Hersteller startete Porsche 1951 das erste Mal bei den 24h von Le Mans – der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Gleich beim ersten Start erzielte Porsche einen Klassensieg. 19 Gesamtsiege und 104 Klassensiege folgten. Im letzten Jahr war das Rennen für Bamber, Bernhard und Hartley im 919 Hybrid schon verloren. Doch sie fuhren von Platz 56 übermenschlich noch auf Platz 1.

  • Im Nordwesten von Frankreich, nahe des Loire Tals, etwa 200 Kilometer westlich von Paris.

  • Die meisten Gäste kommen mit dem Auto. Die nächsten Flughäfen sind Paris oder Nantes. Mit dem TGV erreicht man Le Mans von Paris aus in 1 Stunde und 40 Minuten. 

  • Es gibt zwei, mit jeweils zwei Gruppen für Werkteams und private Rennställe. Die Le Mans Renn-Prototypen fahren in der LMP1- und LMP 2-Klasse. Und die Le Mans Grand Touring Endouring Cars, die seriennahen Rennwagen, in der LM GTE-Pro und der LM GTE-Am. 

  • Im GTE-Test lagen Porsche und Ford vorne, BMW war schnellster Verfolger. Erwartet wird ein spannender Kampf zwischen Porsche, Ford, BMW, Ferrari, Aston Martin und Corvette.

    In der LMP1-Klasse geht Toyota mit dem ehemaligen Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso als einziges Werksteam an den Start.

  • Alle 60 Fahrzeuge starten am Samstag um 15 Uhr. Durch die vier Klassen gibt es vier verschiedene Rennen, die zeitgleich stattfinden. Das sorgt für viele spannende Überholmanöver auf legendären Geraden und Kurven. Zieleinlauf ist am Sonntag um 15 Uhr. 

  • Das liegt nicht nur an der großen Historie. In Le Mans gibt es für den Sieger mehr Punkte als in den anderen WEC-Rennen – in der Saison 2018/2019 38 Punkte statt 25.

  • Während des sogenannten Pit-Walk gibt es Autogrammstunden. Am Freitag, 15. Juni von 10-20 Uhr, in der Boxengasse.

  • Die Enceinte Generale, die übliche Stehplatzkarte, kostet 85 Euro. Sie gilt für die ganze Rennwoche, alle Trainings und das Rennen. Günstiger sind die Enceinte Dimanche (Sonntag) für 53 Euro.

  • Prominente Gaststarter lieben den Renn-Klassiker. Darunter: Schauspiellegende Paul Newman, Pink Floyd Drummer Nick Mason, Fußballer Fabien Barthez. Steve McQueen fuhr als Rennfahrer 1971 fürs Kino. Brad Pitt gönnte sich eine Demo-Runde mit Alexander Wurz. Schauspieler Patrick Dempsey startete selbst mehrmals in der GT-Klasse und schickt 2018 seinen Rennstall Dempsey Proton-Racing im Porsche 911 RSR an den Start.

  • ► Bei Eurosport gibts die kompletten 24 Stunden im TV und im Livestream. Dazu gibt es Hintergrundberichte und aktuelle Rennanalysen von Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen.

    ► Sport1 fasst die Highlights des Rennens am Montag, 18.6., ab 23 Uhr zusammen. Online-Clips gibt es auf auf www.sport1.de.

    ► Am Wochenende lädt Porsche zu einer öffentlichen Feier in und um das Werk rund um den Porscheplatz in Zuffenhausen: Werksführungen, Bands, Foodtrucks, Rennsport live mit den 24 Stunden von Le Mans und der Übertragung des WM-Spiels Deutschland gegen Mexiko. Eintritt frei.

► Wer einmal in Le Mans war, wird gepackt von einer Sucht. Der möchte immer wieder hin.