Ausfälle am Flughafen Frankfurt: Computerpanne behindert Flugverkehr


Eine schwere Computerpanne hat den Betrieb am Frankfurter Flughafen behindert. Der Betreiber Fraport bestätigte Informationen der Lufthansa, dass eine wichtige Datenbank ausgefallen war, über die verschiedene Dienstleister zur Flugzeugabfertigung disponiert werden.

Das System habe von 3 Uhr nachts bis etwa 12 Uhr nicht zur Verfügung gestanden, sagte ein Fraport-Sprecher auf SPIEGEL-Anfrage. 71 von insgesamt 1560 geplanten Flügen seien gestrichen worden. "Wir haben die Airlines frühzeitig informiert und nach dem Ausfall kam ein Notverfahren zum Einsatz", sagte der Sprecher. Allerdings sei damit nicht die gleiche Kapazität möglich wie sonst üblich. "Der Flugverkehr hat sich mittlerweile wieder stabilisiert."

"Man fühlte sich in alte Zeiten versetzt"

Die Lufthansa, die als Hauptkunde rund zwei Drittel aller Flüge am größten deutschen Flughafen bestreitet, wusste zwischenzeitlich nicht, wo ihre einzelnen Jets standen. Man habe die Crews bitten müssen, per Funk oder Telefon ihre Position an die Betriebszentrale zu melden. Fluggastbrückenfahrer, Gästebetreuer oder Gepäckabfertiger mussten per Funk an die jeweiligen Standorte der Flugzeuge gelenkt werden. "Man fühlte sich in alte Zeiten versetzt", sagte ein Flughafen-Mitarbeiter.

Bis zum Mittag habe man 23 Flüge mit zusammen 2600 Gästen streichen müssen, hieß es von der Fluggesellschaft. Dazu habe es etliche Verspätungen und verpasste Anschlussflüge gegeben. Im scharfen Ton kritisierte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister den Flughafenbetreiber: "Ich erwarte, dass das Fraport-Management die offensichtlich vorhandenen Infrastrukturprobleme schnell in den Griff bekommt." Die beiden Unternehmen streiten sich seit Monaten über die Abfertigungskosten.

Im Februar hatte der Ausfall eines zentralen Computersystems der europäischen Flugsicherung Eurocontrol zu weitreichenden Störungen im europäischen Luftverkehr geführt.

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