Doch keine Millionen – Dresden lässt die Affen hängen

Dresden – Der Dresdner Zoo erwartet für heute den 500 000. Besucher in diesem Jahr. Die Halbmillion-Marke wird damit so früh wie noch nie erreicht. Eigentlich ein Grund zur Freude – wenn die Stadt nicht plötzlich für ein unerwartetes Affentheater sorgen würde!

Denn: Im Haushaltsplan für die nächsten zwei Jahre fehlt plötzlich die erhoffte Millionenspritze für ein dringend benötigtes neues Orang-Utan-Haus!

„Wir müssen nun kämpfen und noch einmal mit den Stadträten reden“, sagt Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena (47), der fest mit den Geldern gerechnet hatte.

Er plant das Affenhaus als Ersatzneubau für das marode Quartier, in dem derzeit sechs Menschenaffen hausen, mit 8 Mio. Euro.

Tierschützer kritisieren seit längerem die Affenhaltung in dem maroden 60er Jahre-Bau, forderten den Zoo sogar zur Aufgabe der Orang-Haltung auf (BILD berichtete). Doch der Zoo will seine 150 Jahre alte Tradition bei der Orang-Haltung fortführen.

Wegen der beengten Verhältnisse bekommt Orang-Mama Djudi (44) die Pille, ihr Sohn Duran (7) wird an einen anderen Zoo abgegeben. Auch im Zoofreunde-Verein, der Millionen Spenden sammelte, ist darum die Enttäuschung groß, fühlt man sich von der Stadt im Stich gelassen.

Zoochef Ukena will nun im September durch die Ratsfraktionen touren, für das Affenhaus werben. „Ich hoffe, wir kriegen es noch hin“, sagt der Zoo-Chef. „Immerhin hat der Zoo mit 850 000 Besuchern im Jahr so viel wie keine andere städtische Einrichtung.“

Auf BILD-Anfrage sagt das Rathaus: Das letzte Wort habe beim Haushalt der Stadtrat. Und für den 5. September lade Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) zur Bürgerversammlung ein zum Haushalt 2019/2020. Dort könnten Bürger sich für den Zoo stark machen.

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