4 Monate nach Bruder Boris: Auch Jo Johnson dankt ab

Aus Protest gegen die Brexit-Strategie der britischen Regierung ist der Staatssekretär für Verkehr, Jo Johnson, von seinem Amt zurückgetreten. Johnsons älterer Bruder Boris hatte bereits im Juli im Streit um die Brexit-Verhandlungsführung sein Amt als britischer Außenminister niedergelegt.

Jetzt kündigte Jo Johnson per Twitter-Video seinen Rückzug an: “Wir steuern auf einen inkonsequenten Brexit zu, der uns in einer untergeordneten Beziehung zur EU gefangenhalten wird. Ohne Mitspracherecht bei Regeln für einen gewaltigen Teil unserer Wirtschaft. Das ist vollkommen inakzeptabel und unhaltbar für eine stolze Demokratie wie die unsere.”

Es sei nun zwingend, erneut die britische Bevölkerung zu befragen, erklärte Jo Johnson: “Tatsächlich ist die Kluft zwischen dem, was bei der Brexit-Kampagne versprochen wurde, und dem angebotenen Deal der Premierministerin so groß, dass ich keine andere Wahl hatte, als bei der Premierministerin meinen Rücktritt einzureichen.”

Premierministerin Theresa May hofft derzeit auf einen baldigen Durchbruch bei den EU-Austrittsgesprächen in Brüssel. Wichtigster Knackpunkt der Brexit-Verhandlungen ist die künftige Ausgestaltung der Grenze zwischen Irland und Nordirland. Auch Irlands Regierungschef Leo Varadkar ist nicht ohne Zuversicht: “Ich denke wir sind an einem sensiblen Punkt der Verhandlungen angekommen. Ein erfolgreiches Ergebnis kann nicht garantiert werden, ist aber möglich in den kommenden Wochen.”

May hatte am Freitag bekräftigt, dass es kein zweites Brexit-Referendum geben werde. Unklar bleibt weiterhin, ob May für ihren Plan eine Mehrheit im Parlament erhalten wird. Großbritannien scheidet am 29. März aus der EU aus.

Boris Johnson schrieb via Twitter, er bewundere seinen Bruder für den Schritt, obwohl sich beide über den Brexit uneinig seien.

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