Baskets-Gegner Bayern wie im Rausch




München
/Oldenburg

Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, welch große Herausforderung sie an diesem Sonntag (18 Uhr) in München erwartet, bekamen die EWE Baskets Oldenburg diesen am Donnerstagabend frei Haus geliefert. Da schickten wie entfesselt aufspielende Basketballer des FC Bayern in der Euroleague den türkischen Vertreter Darussafaka Istanbul mit einem 116:70 auf die Heimreise und feierten ihren bislang höchsten Sieg in der europäischen Königsklasse.





5087 Zuschauer, darunter Münchner Fußball-Prominenz wie Mats Hummels und Serge Gnabry, schnalzten angesichts des Gala-Auftritts des deutschen Meisters mit der Zunge. Der Bundesliga-Tabellenführer spielte gegen den ehemaligen Club von Baskets-Spielmacher Will Cummings wie im Rausch, am Ende war den Bayern ihre eigene Vorstellung fast schon ein wenig unheimlich.


Vom Computer gesteuert


„Das waren unglaubliche 40 Minuten von uns“, sagte etwa Petteri Koponnen. Der Finne, im Sommer vom FC Barcelona und zu Saisonbeginn noch mit Anpassungsschwierigkeiten, zeigte seine beste Leistung im Münchner Trikot und blieb bei 16 Punkten ohne einen einzigen Fehlwurf.


Neben der Bestmarke beim Vorsprung (+46) erzielten die Münchner in der Euroleague auch mehr Punkte als jemals zuvor, die 28 Assists und 18 Dreier bei einer wahnwitzigen Trefferquote von 69,2 Prozent waren drei weitere Club-Rekorde. „Wie vom Computer gesteuert“, seien die Distanzwürfe der Münchner durch die Reuse geflogen, staunte die „Süddeutsche Zeitung“.


Bayern-Trainer Dejan Radonjic unternahm auch gar nicht erst den Versuch, das berühmte Haar in der Suppe zu suchen. „Wir waren defensiv gut und offensiv exzellent“, meinte er. Dass hohe Siege auch immer die Gefahr eines Spannungsabfalls bergen, weiß aber auch Radonjic. „Gratulation an die Jungs. Aber jetzt müssen wir uns auf das Spiel gegen Oldenburg konzentrieren“, sagte der Montenegriner.


Ungeschlagen


Während die Münchner in der Euroleague mit nunmehr drei Siegen und drei Niederlagen eine ausgeglichene Bilanz aufweisen, sind sie in der Bundesliga nach sechs absolvierten Partien noch ungeschlagen. Experten, die in den kommenden Jahren eine Dominanz des FC Bayern auf nationaler Ebene erwarten, dürften sich in ihrer Prognose bestätigt sehen. Der ohnehin schmucke Münchner Kader wurde nach dem Gewinn des Doubles im Sommer noch einmal aufgemotzt, wobei insbesondere die Verpflichtung von Derrick Williams aufhorchen ließ. Der 27-jährige US-Amerikaner kam mit der Empfehlung von 428 NBA-Spielen an die Isar und war in seinen ersten Bundesliga-Einsätzen kaum zu stoppen, obwohl er von seiner Top-Form noch ein Stück entfernt ist.


Am Donnerstag gegen Istanbul kam der Power Forward von der Bank, genauso wie Koponnen oder der aus Bamberg geholte deutsche Nationalspieler Maodo Lo. „Damit ist viel über die Qualität und Tiefe des Kaders gesagt“, sagt Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic: „Trotzdem müssen wir mit Mut, breiter Brust und dem Glauben an die Überraschung nach München fahren.“ Damit den Baskets dies gelingt, braucht es Außergewöhnliches. Oder, wie es Drijencic sagt: „Wir benötigen über 40 Minuten als Team ein perfektes Spiel.“





























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