Brexit: die irische Streitfrage

Das irische Castleblaney, ein kleines verschlafenes Städtchen nahe an der Grenze zum britischen Nordirland. Die Angst vor dem Brexit hier steigt.

Eamon Devlin, Devlin Group: “Ich glaube, sie werden Stichproben machen müssen, damit es nicht wieder zu Schmuggel kommt. Das müssen sie schon machen, denn man könnte seine Computer manipulieren. Ich wurde an der Grenze aufgezogen, wir haben auf beiden Seiten der Grenze Firmengelände, wir wissen alles darüber. England hatte unrecht auszutreten. Sie hätten nicht gehen sollen, jeder Geschäftsmann im Land wird Ihnen das sagen.”

Tatsächlich fürchtet die Geschäftswelt in Castleblaney die negativen Auswirkungen des Brexit.

Justin Mone, Velstone Solid Surfaces: “Es bedeutet weniger Arbeit, weniger Geld in der lokalen Wirtschaft. Hier befinden wir uns direkt an der Grenze und es wird Auswirkungen auf beide Seiten der Grenze haben. Ich bin s elbst aus dem Norden. Es wird von einer “harten Grenze” gesprochen, ich weiß nicht, was das für konkrete Auswirkungen haben würde. Aber sollte es dazu kommen, wird es mich sicher auf meinem Weg zur Arbeit beeinträchtigen”

Auch dieser Unternehmer ist besorgt, besonders die Ungewissheit macht ihm zu schaffen.

Martin Mc Vicar, CEO, Combilif: “Keiner von uns hat heute mehr Klarheit, als am Tag der Abstimmung. Und Unsicherheit ist nie gut fürs Geschäft und auch nicht für das Privatleben in diesen Grenzbezirken.”

Der Alltag hier an der Grenze würde zur Herausforderung.

Kevin Mc Guire, Carna Transport: “Wenn es zu einer harten Grenze kommt, müssten einige unserer Angestellten diese harte Grenze viermal am Tag überqueren, um zur Arbeit und abends wieder nach Hause zu kommen. Das ist absolut lächerlich.”

Es gibt insgesamt 275 Grenzübergänge an der irisch-irischen Grenze- 250 befinden sich auf kleinen Landstraßen. Auch die Angst vor erneuten Gewaltausbrüchen in der Region ist bei den Einheimischen präsent.

Gus O Gorman, Owner of SuperValue, Carrickmacros: “Alles, was den Frieden und den wirtschaftlichen Wohlstand, den es hier seit dem Karfreitagsabkommen vor 20 Jahren gibt, in Gefahr bringen könnte, wäre eine Tragödie.”

Eugene O Gorman, Owner of SuperValue, Carrickmacros: “Kühle Köpfe müssen die Kontrolle behalten, das ist es, was es braucht.”

Finnbar Daly, Enterprising Monagha: “Der Brexit ist im Wesentlichen ein politisches Projekt, das aber wirtschaftliche Folgen hat. Wir wissen nicht, was konkret passieren wird. Fünfundvierzig Jahre enge Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU müssen getrennt werden und wie dies geschehen soll, wissen wir nicht. Sicher ist, nichts kann so gut sein wie das, was wir im Moment haben und genau da liegt das Problem.”

Die irische Grenze bleibt also nach wie vor der größte Streitpunkt der Brexit- Austrittsverhandlungen.

Großbritannien tritt am 29. März aus der EU aus. Die Verhandlungen über den Austrittsvertrag sind weitgehend abgeschlossen. Noch fehlt aber eine Einigung über die Frage, wie nach dem Brexit Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindert werden können.

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