Chemnitzer FC ist noch nicht über den Berg

Sportlich läuft es beim Chemnitzer FC wie geschmiert, finanziell ist der Verein noch lange nicht über den Berg. Wie in der “Freien Presse” zu lesen war, weist der aktuelle Saisonetat eine Lücke von fast 500.000 Euro auf. Ein erhebliches Sümmchen, das Insolvenzverwalter Klaus Siemon Sorgen bereitet. Für ihn ist die Gefahr noch nicht vom Tisch, dass “dem Verein vor Ablauf des Spieljahres das Geld ausgeht”.

Außenansicht des Stadions Chemnitz, die Spielstätte des Chemnitzer FC

Außenansicht des Chemnitzer Stadions. (Archiv)
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Testspiel-Kracher geplant

Wie könnte die Lücke geschlossen werden?  Um das Konto aufzufüllen, sind nach Angaben von Thomas Sobotzik, CFC-Vorstand für Finanzen und Sport, im kommenden Frühjahr “ein oder vielleicht sogar zwei Sonderspiele gegen attraktive Gegner” geplant. Welche Fußball-Klubs dafür in Frage kommen könnten, wollte er noch nicht verraten.

Kosten für Trainingscamp geregelt

Derweil sei bereits geregelt, woher das Geld für das anstehende Trainingslager kommt. Im Januar 2019 fliegen die Himmelblauen in die Türkei, wofür knapp 30.000 Euro zu berappen sind. Die Kosten sollen extern “durch Sponsoren, die bereits für den CFC engagiert waren, sowie durch eine Privatperson” finanziert werden.

Reizthema Beitragszahlungen

Klaus Siemon

CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon. (Archiv)
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Ein Reizthema bleiben die Beitragszahlung. Siemon hatte die CFC-Vereinsmitglieder in die Pflicht genommen: “Es entscheiden letztendlich die Mitglieder, das Umfeld und alle Chemnitzer, ob in Zukunft in der Stadt Profifußball gespielt wird.” Bedeutet im Klartext: “Wer seine Beiträge nicht zahle, schade dem CFC.”

Wie die “Freie Presse” herausgefunden hat, sollen im laufenden Kalenderjahr etwa 2.000 CFC-Mitglieder ihren Beitrag nicht gezahlt haben. Macht summa summarum 192.000 Euro, die in der Kasse fehlen. Das Insolvenzrecht sieht allerdings vor, dass die Mitglieder nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens nicht verpflichtet sind, ihren Obolus zu entrichten.

Mitgliederversammlung noch offen

Alle Probleme könnten auf einer Mitgliederversammlung geklärt werden. Ob diese jedoch noch in diesem Jahr zustande kommt, steht in den Sternen. Laut Sobotzik würde “die Veranstaltung Kosten von 15.000 bis 20.000 Euro verursachen”. Legt der Insolvenzverwalter sein Veto ein, fällt diese aus.

jmd/presse

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