Drohende Eskalation in Köln: 1000 Polizisten rücken mit Wasserwerfern vor FC

Köln –

Mit ungefähr 1000 Polizisten, 20 Polizeipferden, SEK-Beamten, Diensthunden und Wasserwerfern will die Polizei am Samstag verhindern, dass ein geplanter Fan-Marsch von Anhängern von Dynamo Dresden eskaliert.

Etwa 2000 Fans des Fußball-Zweitligisten wollen sich ab neun Uhr auf dem Park and Ride-Parkplatz in Weiden treffen und von dort zum Rhein-Energie-Stadion marschieren, darunter laut Polizei 500 gewaltbereite Hooligans. Anstoß der Partie gegen den 1.FC Köln ist um 13 Uhr. Zu befürchten ist, dass etwa ebenso viele Gewalttäter aus dem Fan-Umfeld des 1. FC Köln versuchen könnten, den Marsch zu stören. Die Polizei appelliert an Fans beider Vereine, nicht zu provozieren und sich nicht provozieren zu lassen.

Aber selbst, wenn dieses Szenario ausbleiben würde, hat die Polizei nach eigenen Angaben die Sorge, dass der „Mob“ der Dynamo-Fans beim Zug über die Aachener Straße Rauchbomben und Pyrotechnik zünden, Sachbeschädigungen begehen und Polizisten „massiv verletzen“ könnte. Grund zu der Annahme gebe ein Video, das im Internet kursiert und einen Fan-Marsch der Dresdner voriges Jahr durch Karlsruhe zeigt – mit den beschriebenen Auswüchsen. Das Video spielte die Polizei am Freitag vor Journalisten ab. „Solche Bilder wollen wir am Samstag in Köln nicht sehen“, betonte Einsatzleiter Klaus Rüschenschmidt. Die Polizei sei vorbereitet – auch auf den Fall, dass die Dresdner spontan eine andere Marschroute wählen sollten.

„Aufstand der wahren Fans”

22 Kölner, sieben Dresdner und zwei Anhänger von Borussia Dortmund, deren Fanszene mit der des 1. FC Köln befreundet ist, dürfen sich am Samstag nicht in der Stadt oder im Umfeld des Stadions aufhalten. Tun sie es dennoch und werden erwischt, drohen 500 Euro Zwangsgeld.

Polizeipräsident Uwe Jacob, der sich zuletzt mehrfach deutlich gegen Gewalttäter aus dem Fußball-Umfeld positioniert hat, sagte erneut: „Wir erleben derzeit zweifellos eine neue Dimension der Gewalt. Aber ich werde Gewalt und Hass, auch gegen Polizisten, nicht hinnehmen.“ Er wünsche sich einen „Aufstand der wahren Fans“. Jacob hat das Thema zu einem neuen Schwerpunkt der Polizei Köln gemacht. Unter anderem will die Behörde demnächst zwei Juristen einstellen, die sich ausschließlich um Bereichsbetretungsverbote, Meldeauflagen und Zwangsgelder gegen „Fußballstörer“ kümmern sollen.

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