Dynamo-Spiel in Köln: Fans besonnen und ruhig auf dem Weg zum Stadion, SEK vor Ort

Köln/Dresden – Auf dem Rasen soll es ab 13 Uhr ein Fußballfest werden, doch seit Freitag begleitet die Zweitliga-Partie zwischen dem 1. FC Köln und der SG Dynamo Dresden böse Nebengeräusche.

Das Polizeipräsidium Köln lud die Presse am Freitag, einen Tag vor dem Spiel, zur Pressekonferenz ein, um über die bevorstehenden Maßnahmen anzukündigen.
Das Polizeipräsidium Köln lud die Presse am Freitag, einen Tag vor dem Spiel, zur Pressekonferenz ein, um über die bevorstehenden Maßnahmen anzukündigen.

Auslöser war eine Pressekonferenz der Kölner Polizei im Vorfeld der Partie, bei der ein mächtiges Horroszenario konstruiert wurde. So waren die Beamten der Meinung, dass bei den rund 5000 erwarteten schwarz-gelben Anhängern mindestens 500 gewaltbereite dabei seien.

Aus diesem Anlass sah sich die Polizei gezwungen, im Vorfeld der Partie am Samstag nicht nur mehrere Hundertschaften, eine Hundestaffel und Wasserwerfer aufzufahren, sondern sogar das SEK anrücken zu lassen.

Das war dann in den Vormittagsstunden auch tatsächlich präsent. Das Fanprojekt von Dynamo Dresden twitterte: “Also wer noch Zweifel hatte: das SEK ist tatsächlich da.”

11.45 Uhr gab es bei der Anreise bis auf einige, die ihren Anschlusszug verpassten und wohl erst kurz vor knapp im Stadion eintreffen werden, keine Vorkommnisse. Weder gab es einen von der Polizei angekündigten Fanmarsch, noch ist es bislang zu Ausschreitungen, Einsatz von Pyrotechnik oder Sonstigem gekommen. Die Fans freuen sich auf das Spiel um 13 Uhr.

“Stand jetzt ist alles ruhig und besonnen verlaufen. Alle Fans freuen sich auf ein Fußballfest”, sagte Pressesprecher Henry Buschmann TAG24.

Die Polizei hat Wasserwerfer aufgefahren.
Die Polizei hat Wasserwerfer aufgefahren.

Die Kölner Polizei hatten die Presse am Freitag nicht nur eingeladen, um ihnen über die geplanten Maßnahmen zu berichten, sondern sie zeigten auch einen Film vom Fanmarsch der Dynamo-Anhänger am 14. Mai 2017 in Karlsruhe. Dort waren die Fans geschlossen im Camouflage-Look zum Stadion marschiert, hatten einige Nebeltöpfe gezündet und Beamte mit Pyrotechnik beworfen.

In der Pressekonferenz am Freitag in Köln hieß es dazu: “Zweifellos erleben wir eine neue Dimension der Gewalt im Fußball, die sich am 14. Mai 2017 gezeigt hat, wir werden ihnen gleich entsprechende Bilder zu einem Anmarsch zeigen, wie er sich dort von Dresdner sogenannten Fans dargestellt hat und wie dort aus dem sogenannten Fanmarsch heraus schwerste Straftaten begangen worden sind. Solche Bilder wollen wir hier in Köln ausdrücklich nicht sehen.”

Die Beamten sprachen von einem geplanten Fanmarsch, doch den gab es nie. “Übrigens wusste kaum ein Fan etwas vom vor einiger Zeit angefragten Fanmarsch, den es natürlich auch nicht gibt. Nach der PK der @polizei_nrw_k mit Nennung des vor Wochen angedachten Marsches + Treffpunkt fragen jetzt Fans nach, die vorher nichts davon wussten”, twittert dazu das Fanprojekt Dresden aus Köln.

Der Verein hatte unterdessen am Freitag in einer Mitteilung Stellung bezogen und zeigte sich geschockt von dem Horrorszenario und der Panikmache, die in Köln vor dem Spiel betrieben wurde. “Anders als von der Kölner Polizei heute suggeriert, waren die Fanmärsche unserer Anhänger in der Vergangenheit immer im Voraus offiziell angemeldet und durch die entsprechenden Sicherheitsbehörden genehmigt worden“, erklärte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born am Freitag.

Weiter führte er aus: “Es ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar, weshalb man seitens der Kölner Polizei einen Tag vor diesem Spiel eine derartige kommunikative Drohkulisse aufbaut”, so der Geschäftsführer.

Update, 12.40 Uhr:

Rund 20 Minuten vor dem Spiel ist das Stadion gut gefüllt. Laut Aussage von Dynamo verlief die Einlassphase bislang problemfrei und ohne besondere Vorkommnisse.

Update, 12.50 Uhr:

Die Ultras sind auch im Stadion angekommen. ÜBER dem Stadion (!) kreist ein Hubschrauber. Womöglich will die Polizei so die Einlass-Situation überwachen.

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