Energie: „Das war ein Fehler-Festival“

Cottbus.

Nach dem 2:2 gegen die Sportfreunde Lotte ist man bei Energie Cottbus zwiegespalten. Die Freude über den späten Punkt mischt sich mit dem Ärger über das schwache Spiel. Die Stimmen zum Spiel.
Von Jan Lehmann

Nils Drube (Trainer Sportfreunde Lotte): „Ich finde wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht – bei einem heimstarken Club. Ich könnte mich stundenlang über dieses Spiel auslassen. Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir das Spiel mit dem Elfmeter nicht zugemacht haben. Ich bin auf der einen Seite sehr, sehr verärgert. Aber ich bin auch stolz auf die unglaublich junge Mannschaft, wie sie sich in den vergangenen Wochen entwickelt hat. Trotzdem fühlt es sich an wie zwei verlorene Punkte. Für uns ist wichtig, dass wir aus unseren Fehlern lernen.“

Claus-Dieter Wollitz (Trainer Energie Cottbus): „Wir waren zu behäbig, zu langsam, haben keinen Esprit und keine gute Aufteilung gehabt. Sowohl mit als auch ohne Ball haben wir uns schlecht verhalten. Nach 15 Minuten war Lotte nicht nur überlegen sondern klar besser. In der 44. Minute setzen wir uns mit einem eigenen Freistoß unter Druck. Auch vor dem zweiten Tor machen wir einen Fehler. Dann haben wir umgestellt, da war es ein bisschen vogelwild – aber das war auch egal. Beim Elfmeter hält uns Avdo im Spiel. Da war klar: jetzt kann noch ein Unentschieden dabei rauskommen. Mit dem Willen und dem Publikum haben wir das Ausgleichstor erzielt. Mit dem Punkt bin ich sehr zufrieden, mit dem Spiel überhaupt nicht.“

Felix Geisler (Energie): Es ist ein verdienter Punkt, ich bin froh, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte. Wir haben heute zu viele individuelle Fehler gemacht, in der ersten Halbzeit konnten wir nicht das aufs Parkett bringen, was wir wollten. Wir mussten wieder einem Rückstand hinterherrennen. Doch wir haben den Schalter noch umgelegt. Es war ernorm wichtig, so einen Rückhalt wie Avdo Spahic zu haben, der den Elfmeter rauskratzt. Beim 1:3 wäre der Ofen aus gewesen. So hatten wir noch einmal die zweite Luft. Und ich freue mich sehr über mein Tor. Dafür spielt man hier Fußball, mich macht so etwas glücklich.

Avdo Spahic (Energie): „Ich freue mich, dass ich auch mal was schwierigeres halte. Ich habe mir sogar schon in der Kabine gedacht: Wenn noch ein zweiter Elfmeter kommen sollte, werde ich in dieselbe Ecke springen. Es war ein sehr schwieriges Spiel, weil wir in der ersten Halbzeit nicht richtig reingekommen sind. Aber am Ende hat man gesehen, dass wir nach einem 0:2 nicht aufgeben und weiter kämpfen. Dieser Punkt ist sehr wichtig für uns.“

Fabian Holthaus (Energie): „Man kann froh sein, dass wir den Punkt noch hierbehalten haben. Wir haben viel, zu viele Fehler gemacht – auch ich. Die wurden bestraft, mit zwei Elfern. Einen hält Avdo, damit rettet er das Spiel. Der Punkt geht auf ihn. Unterm Strich haben wir nicht so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber die Liga ist schwer, das nehmen wir an. Jetzt müssen wir die Fehler aufarbeiten.“

Fabio Viteritti (Energie): „Das war ein Fehler-Festival auf beiden Seiten. Wir waren in der ersten Halbzeit ein bisschen mutlos. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir nochmal alles rausgehauen, mit dem Publikum im Rücken. Daran kann man sehen, dass in dieser Mannschaft einiges geht. In der zweiten Halbzeit war das dann auch ein bisschen alles oder nichts. Und es ist jetzt trotzdem eine Riesenfreude in der Mannschaft. Denn so ein 0:2 holt man nicht mal eben so auf in der 3. Liga. Darüber freuen wir uns.“

Adam Straith (Sportfreunde Lotte): „Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden. Das ist eine gefühlte Niederlage, wenn man 2:0 führt und den Elfmeter verschießt. Man sieht, wie schwer es ist, in Cottbus drei Punkte zu holen. Diese Nordwand bebt immer, das gibt dem Gegner einen großen Druck. Aber: Mit einem Punkt auswärts, das ist auch nicht das Schlimmste. Wir wussten, dass Energie viel tiefe Wege macht und haben das sehr gut neutralisiert. Mit den Einwechselspielern hat Energie nochmal neuen Schwung reingebracht. Für mich war es ein sehr schönes Gefühl wieder in Cottbus zu sein – und ein bisschen komisch, dass ich mich in der Gästekabine umkleiden musste. Cottbus war immer noch meine deutsche Heimat, das war meine erste Station.“

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