EU wenig gewappnet für Italien-Bankrott

Finanzen


Falls Rom die Staatspleite verkünden muss: Der ifo-Chef Clemens Fuest sieht die Europäische Union schlecht gerüstet.



10. November 2018

08:52 Uhr

ifo-Chef Clemens Fuest: „Die Vorstellung, Brüssel könne europäische Regeln gegen den Willen einer nationalen Regierung durchsetzen, ist eine Illusion.“ Foto: Christina Sabrowsky
ifo-Chef Clemens Fuest: „Die Vorstellung, Brüssel könne europäische Regeln gegen den Willen einer nationalen Regierung durchsetzen, ist eine Illusion.“ Foto: Christina Sabrowsky

Berlin.Kein Land könne sich auf Dauer eine Staatsverschuldung von mehr als 130 Prozent des
Bruttoinlandsproduktes bei wirtschaftlicher Stagnation leisten, sagte Clemens Fuest,
der Präsident des ifo-Instituts, in München dem Nachrichtenportal „t-online.de“. Die
Gefahr sei sehr real.

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Banken

Rom zu Bankenrettung bereit

Angesichts einer negativen Grundstimmung auf dem Markt ist Italiens Regierung bereit, Banken unter die Arme zu greifen.


„Das größte Risiko liegt kurzfristig in einer Kapitalmarktpanik, die schnell in einen
Staatsbankrott führen kann“, sagte Fuest. Als Folge könne eine Finanzmarktkrise zu
„schwersten Auseinandersetzungen in der Eurozone“ führen. Die Europäische Union hätte
diesem Szenario wenig entgegenzusetzen.

„Die Vorstellung, Brüssel könne europäische Regeln gegen den Willen einer nationalen
Regierung durchsetzen, ist eine Illusion.“

Clemens Fuest

„Die Vorstellung, Brüssel könne europäische Regeln gegen den Willen einer nationalen
Regierung durchsetzen, ist eine Illusion“, sagte Fuest. Brüssel müsse sich wappnen
und weniger erpressbar machen.

Die Schwächen des Schulden-Systems kommentiert unser Italien-Korrespondent Julius
Müller-Meiningen.

Meinung

Die Schwäche des Schulden-Systems

Italien diskutiert mit der EU über seinen Schulden-Haushalt. In der Krise werden Länder
zu Gegnern, die Partner sein sollten.

Von Julius Müller-Meiningen

Die Risikopositionen gegenüber dem italienischen Staat müssten schnell abgebaut werden.
„Sonst müssen wir im Krisenfall unsere Banken erneut mit Steuergeldern retten.“

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