Halle erkämpft in Unterzahl Remis bei 1860

Eine falsche Elfmeterentscheidung in der ersten Hälfte…

Die ersten 20 Minuten passierte nicht viel, der HFC zog den Gastgebern mit aggressivem Pressing den Zahn. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse: In der 21. Minute foulte Toni Lindenhahn Adriano Grimaldi im Strafraum. Dafür gab es von Schiedsrichter Justus Zorn nicht nur einen Elfmeter, sondern auch Rot für Lindenhahn – eine sehr harte Entscheidung. Den fälligen Strafstoß schoss Sascha Mölders viel zu mittig, Kai Eisele im HFC-Tor parierte und den Nachschuss verhinderte Jan Washausen. Sieben Minuten später traf der Münchner Philipp Steinhart aus spitzem Winkel den Pfosten.

Sascha Mölders, Jan Washausen und Kai Eisele

Jan Washausen hindert Sascha Mölders am Nachschuss, nachdem Kai Eisele seinen Strafstoß gehalten hatte.
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In der 39. Minute gab es dann auf der Gegenseite ebenfalls einen Elfmeterpfiff, den man wohl als Konzessionsentscheidung sehen muss. Braydon Manu war im Strafraum ohne Gegnereinwirkung abgehoben. Bentley Baxter Bahn verwandelte sicher und so führte der HFC plötzlich in Unterzahl. Diese Führung hatten sich die Gäste aber bis zur Pause redlich verdient.

Herrliche Schwalbe von Braydon Manu (Hallescher FC), die zum Elfmeter führte, die 1:0 Führung für Halle.

Herrliche Schwalbe von Braydon Manu (Hallescher FC), die zum Elfmeter führte, die 1:0 Führung für Halle.
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…und eine in der zweiten

Auch im zweiten Durchgang sollte Schiri Zorn im Mittelpunkt stehen. Nachdem in den ersten knapp 20 Minuten wieder nicht viel passiert war, traf Eisele den eingewechselten Stefan Lex beim Abfangen eines langen Balls mit dem Knie im Gesicht. Eine Szene, die einen leicht an das WM-Halbfinale 1982 erinnerte, als Toni Schumacher den Franzosen Patrick Battiston niederstreckte. Damals aber mit voller Absicht, bei Eisele war es im Kampf um den Ball. Lex war kurz bewusstlos und musste bald wieder ausgewechselt werden – und Zorn zeigte für die eigentlich reguläre Torwartaktion auf den Punkt. Diesmal verwandelten die 60-er in Gestalt von Steinhart, obwohl Eisele auch hier die Ecke geahnt hatte.

v.li: Torwart Kai Eisele (Hallescher FC) mit dem knie zuerst gegen Stefan Lex (TSV 1860 München)

Die Aktion, die zum zweiten Elfer für 1860 führte: Eisele trifft Stefan Lex mit dem Knie im Gesicht.
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In der 80. Minute wurde auch noch HFC-Coach Torsten Ziegner auf die Tribüne verwiesen, nachdem er sich offenbar zu vehement beschwert hatte. Seine Spieler machten ihre Sache aber bis in die Endphase sehr gut und ließen kaum Chancen zu. Erst in der 82. Minute hatte Sascha Mölders eine gute Gelegenheit per Kopf, die Eisele parierte. In der Nachspielzeit ging es noch einmal hin und her, beide Teams hatten Möglichkeiten für den Siegtreffer. Es blieb beim gerechten Remis, mit dem der HFC vorerst auf Rang sechs abrutscht.

Das sagten die Trainer

Torsten Ziegner (Halle): “Aktuell bin ich noch ein bisschen aufgewirbelt, es war ein sehr rassiges Spiel von beiden Seiten. Nach dem Elfmeter gegen uns mussten wir taktisch umstellen. Wir haben in der zweiten Halbzeit sehr gut gestanden und durch einen Witz-Elfmeter gegen uns sind wir um den Lohn gebracht worden. Leider entscheiden die Schiedsrichter heutzutage die Spiele. Wir sind meines Erachtens um den Sieg betrogen worden.”

Daniel Bierofka (München): “Es war eine ansehnliche erste Halbzeit von beiden Seiten. In der zweiten Halbzeit hat Halle es gut verteidigt. Wir müssen mit dem Unentschieden leben, wahrscheinlich sind wir derzeit nicht in der Lage, solch ein Spiel für uns zu entscheiden.”

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