Keine Märchen erzählen


Das 1:1 beim FC Bayern haben die Spieler des SC Freiburg genossen. Nun wartet im Heimspiel gegen den FSV Mainz eine ganz andere Aufgabe. Aber beileibe keine einfache, wie SC-Trainer Streich betont.<?ZP ??>

Eine ganz wichtige Frage wird zwischendurch beantwortet. Aber nicht nebenbei.Ein paar Anmerkungen hat Christian Streich dann doch noch zu machenzum Verbleib des Trikots von Manuel Neuer, das er nach dem Spiel in der Allianz-Arena für seinen Sohn ergattert hatte. Das ist kein Geheimnis. Und es kann auch keins sein in Zeiten, in denen nahezu jede Bewegung der Protagonisten auf einem Bundesliga-Rasen von Kameras erfasst wird. Selbst das Geschehen nach Schlusspfiff wird im Bewegtbild dokumentiert.
Streich vergleicht Neuer-Trikot mit gutem Stück Käse

“Natürlich wissen wir, wo wir stehen und was möglich ist.”

Christian Streich

So wurde also nichts aus der Überraschung, denn auch Streich junior hatte das Geschehen natürlich verfolgt. Und somit gewusst, was er erwarten durfte. “Jetzt liegt es bei uns daheim und er lässt es nicht aus den Augen”, berichtet Streich senior. Samt Grasstreifen und dem von Neuer während des Spiels aufgesammelten Dreck. “Und das hat so zu bleiben”, stellt Streich klar. Weshalb sich eine weitere Frage auftat – jener nach dem Geruch des Textils. Es folgen Ausführungen über Vorlieben beim Käse (Streich: “Die einen sagen, der stinkt, die anderen sagen, genau das ist der Beste”) bis man letztlich bei Surströmming landet, einer zweifelhaften norwegischen Dosenfischspezialität. Aber das ist eine andere Geschichte.

Natürlich wird auch über Fußball gesprochen. Hauptsächlich sogar. Denn Zweifel, der Sportclub könne die anstehende Aufgabe gegen Mainz nicht ernst nehmen, will Streich gar nicht erst aufkommen lassen. Auch wenn sein Team in der Liga zuletzt überzeugte und die anschließende Länderspielpause im Falle eines Erfolges gegen die Rheinhessen in der oberen Tabellenhälfte verbringen dürfte. “Natürlich wissen wir, wo wir stehen und was möglich ist”, sagt Streich zwar. “Aber es wäre ganz dumm, wenn wir uns das jetzt irgendwie ausmalen würden.” Das sei, als würde man Märchen erzählen. “Und dann landest du ganz schnell wieder auf dem Boden.”

Also beschäftigen sie sich so intensiv wie immer mit dem Gegner. Einem Team, das laut Streich “richtig Qualität” hat. “Sie haben viel investiert. Es dauert dann vielleicht eine Weile, aber die Mainzer haben enormes Potenzial.” Seine Akteure hätten den Punktgewinn beim Rekordmeister zu Recht genießen dürfen. Wer jetzt aber in das Spiel gehe und denke, es werde einfach, dem empfehle er, das Mainzer Spiel gegen Bremen (2:1) nochmal anzuschauen. Oder mal in Mainz beim Training zuzuschauen. “Dann wird er sehen, was Sache ist”, so Streich.

Natürlich werden die SC-Profis in diesem Fall keinen dieser beiden Ratschläge ihres Trainers befolgen. Das entsprechende Bildmaterial über Stärken und Schwächen des Gegners bekommen sie vom Freiburger Trainerstab präsentiert. Und ein bisschen Euphorie und Selbstvertrauen aus dem Bayern-Spiel sollen sie durchaus mitnehmen in das “Spiel auf Augenhöhe” (Streich): “Wenn du ein Erfolgserlebnis hattest, hast du Leichtigkeit. Dann geht es dir gut.”

SC kompakt: Die Liste der Akteure, die nicht für das Mainz-Spiel in Frage kommen, ist lang: Lukas Kübler (Muskelfaserriss), Amir Abrashi (Trainingsrückstand nach Kreuzbandriss), Jerome Gondorf (Muskelfaserriss), Florian Kath (Bauchmuskelreizung), Caleb Stanko (Trainingsrückstand nach Knieverletzung), Florian Niederlechner (Sprunggelenkverletzung) und Nils Petersen (Muskelverhärtung). Der Einsatz von Roland Sallai (muskuläre Probleme) ist fraglich.

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