Koks-Laster gestoppt: Hells Angel soll hinter dem Mega-Deal stecken!

Rothenburgsort –

Im Februar fand die Polizei bei einer Durchsuchung der Wohnung von Hells Angel Martin P. in der HafenCity nur ein paar Krümel Marihuana. Doch jetzt steht der 39-Jährige im Verdacht, hinter dem vielleicht größten Kokain-Deal der Hamburger Kriminalgeschichte zu stecken. In Rothenburgsort stellte die Polizei mehr als eine Tonne Kokain mit einem Schwarzmarktwert von gut 100 Millionen Euro sicher.

Am Donnerstagnachmittag schlugen die Beamten auf dem Gelände einer Spedition am Brandshofer Deich (Rothenburgsort) zu: Sie schnappten drei Deutsche (40-49), einen Italiener (28) und einen Polen (43), die gerade 1000 Pakete mit jeweils einem Kilo Kokain aus einem Container geholt und auf der Rampe einer Spedition gestapelt hatten. Deren Chef gab sich gestern „fassungslos“ angesichts des Drogenfunds auf seinem Gelände.

Beamte des SEK überwältigen am Brandshofer Deich einen der Männer, die das Kokain ausgeladen hatten.
Beamte des SEK überwältigen am Brandshofer Deich einen der Männer, die das Kokain ausgeladen hatten.Foto:TvNewsKontor

Der Aktion vorangegangen war die lange Observation eines weißen Lasters, der mit dem Container beladen war. Der Container, in dem sich weitere Drogenpakete befanden, die die Täter noch nicht ausgeladen hatten, sowie die Tonne Kokain stellte die Polizei sicher. Der „Stoff“ wurde zunächst ins Polizeipräsidium nach Alsterdorf gebracht, befindet sich jetzt an einem geheimen Ort.

Kopf der Gruppe soll rechte Hand von Hells Angels-Boss sein

Maskierte Polizisten fahren den Drogen-Laster vom Gelände der Spedition.
Maskierte Polizisten fahren den Drogen-Laster vom Gelände der Spedition.Foto:TvNewsKontor

Laut Polizei wird bereits seit Monaten gegen eine Gruppe mutmaßlicher deutscher Marihuana-Dealer aus Osdorf ermittelt. Kopf der Gruppe soll besagter Hells Angel Martin P. sein.

Vermutlich stand die Durchsuchung seiner Wohnung an der Koreastraße im Februar mit dem aktuellen Verfahren in Verbindung. Nach MOPO-Informationen gehört Martin P. zum Hamburger Rocker-Charter „Southport“.

In diesem Auto war Dariusch F. unterwegs. An der Tür sind Blutspritzer zu sehen.
In diesem Auto war Dariusch F. unterwegs. An der Tür sind Blutspritzer zu sehen.

Dessen Chef Dariusch F. (38) war im August in seinem Bentley am Millerntorplatz niedergeschossen worden worden. Dariusch F. gilt als starker Mann bei Norddeutschlands Höllenengeln und Martin P. soll seine rechte Hand sein. Bisher ist Martin P. strafrechtlich kaum aufgefallen.

Nach dem Zugriff in Rothenburgsort durchsuchte die Polizei zwölf Wohnungen in verschiedenen Stadtteilen. Insgesamt wurden elf Personen festgenommen oder verhaftet. Darunter auch der mutmaßliche Haupttäter Martin P.

Koksschwemme in Südamerika

In einem Beutel befinden sich bei Verdächtigen sichergestelltes Bargeld und ein Pass.
In einem Beutel befinden sich bei Verdächtigen sichergestelltes Bargeld und ein Pass.Foto:TvNewsKontor

Bei den Durchsuchungen stellten Beamte 170.000 Euro Bargeld und ein Kilo Marihuana sicher. Polizeisprecher Timo Zill bezeichnete die Aktion als „schweren Schlag gegen die organisierte Kriminalität in Hamburg“.

Durch eine Überproduktion in Südamerika gibt es derzeit in Europa eine Kokainschwemme. Und Hamburg ist mit seinem Hafen einer der Hauptumschlagplätze. Der „Großhandelspreis“ für ein Kilo Kokain in der Hansestadt beträgt aktuell „nur“ 24.000 Euro. Das stark gestreckte Gramm der Droge wird auf der Straße schon für 50 Euro angeboten.

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