Kommentar zu Jérôme Boateng: Abschied auf Raten

Köln –

Das gewonnene Finale der U-21-EM 2009 gilt vielen als die Geburtsstunde jener deutschen Elf, die fünf Jahre später in Rio das WM-Finale gegen Argentinien gewann. Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Mats Hummels, Benedikt Höwedes, Sami Khedira oder Mesut Özil – es war eine Goldene Generation, die anders als so viele andere Goldene Generationen der Fußballhistorie nicht nur  Talent im Überfluss vereinte, sondern vor allem auch Titel gewann.

Jérôme Boateng hat in seiner Karriere Trophäen in faszinierender Zahl gewonnen. Im WM-Finale 2014 zeigte er eine der größten Abwehrleistungen in der Geschichte der Nationalelf.

Viele Verletzungen

Mittlerweile ist Boateng 30 Jahre alt, viele seiner Kollegen von 2009 sind mittlerweile aus der Nationalmannschaft zurückgetreten und konzentrieren sich auf die Arbeit im Verein, um die alternden Knochen zu schonen. Wobei es in Boatengs Fall vor allem um die Muskeln geht: Ständig ist etwas kaputt. Boateng muss mittlerweile alles dosieren: Das Training, die Sprints, jede Grätsche.

Gewaltige Fußstapfen

Dass er nun die Länderspiele zum Abschluss des vermaledeiten Fußballjahres 2018 versäumt, muss nicht das Ende der Laufbahn des Nationalspielers Jérôme Boateng sein. Doch ist Joachim Löws Mannschaft dringend darauf angewiesen, sich zu verjüngen. Boateng schien zuletzt wie ein Fußballer aus einer vergangenen Zeit. Und die nächste Generation steht bereit; Spieler wie Jonathan Tah, Thilo Kehrer oder Antonio Rüdiger müssen nun beweisen, dass sie in der Lage sind, in Boatengs gewaltige Fußstapfen zu treten. Denn es scheint ausgeschlossen, dass Jérôme Boateng zur EM 2020 noch ein Faktor in der DFB-Elf sein kann.

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