Meister der Filmmusik: Morricone wird 90

Eine Abschiedstour, ein Buch und noch ein letzter Soundtrack: Der legendäre Filmmusikkomponist Ennio Morricone feiert heute seinen 90. Geburtstag, gönnt sich aber keine Ruhepause. Nächste Woche startet der römische „Maestro“, wie sich der Komponist in Interviews nennen lässt, seine letzte Tournee unter dem Motto „The Farewell Tour“. Damit will er seinen Abschied von den Konzertbühnen der Welt gebührend feiern.

Der Dirigent, der bereits im Alter von sechs Jahr zu komponieren begann, schrieb in den letzten Jahrzehnten die Musik für mehr als 500 Filme. Für seine Leistungen erhielt Morricone mehr als 70 Auszeichnungen – unter anderem 2007 den Oscar für sein Lebenswerk. Dennoch scheint Morricone nicht viel Wert auf Preise zu legen. So schrieb er in seinem Erinnerungsbuch „Life Notes“: „Erfolg kann schon befriedigend sein, aber die Musik muss stets pur und korrekt sein, niemals bloß ein Vehikel, um anerkannt zu werden.“

Ennio Morricone

Reuters/Thomas Peter

Weltweit bekannte Soundtracks

Viele seiner Soundtracks sind weltweit bekannt – allen voran die Mundharmonikamelodie aus dem Westernklassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“ aus dem Jahr 1969. Doch auch fast 50 Jahre danach hat der gebürtige Römer noch nicht genug von der Musik. Er arbeitet zurzeit an der Musik des neuen Films von Giuseppe Tornatore. 2000 hatte Morricone für den Soundtrack des Tornatore-Werks „Die Legende vom Ozeanpianisten“ den Golden Globe für die beste Filmmusik erobert.

Innovator der Filmmusik

Die Klangwelten zu den Filmen Sergio Leones begründeten Morricones Ruf als Innovator der Filmmusik. Neben klassischen Orchesterklängen setzte er auf verschiedene Soundeffekte, etwa Kojotengeheul. Auf das Genre reduzieren lassen wollte er sich trotzdem nie. Immerhin machen die etwa 30 von Morricone vertonten Italowestern nur einen Bruchteil seines umfangreichen Schaffens aus – Audio dazu in oe1.ORF.at

Morricone zeigte sich überzeugt, dass Filmmusik nicht immer Untermalung sei. Regie und Drehbuch gäben Entscheidungen vor. Das bedeute aber nicht, dass der Komponist „ein Sklave“ sei. „Mundharmonika oder Oboe können sogar Hauptdarsteller sein“, sagte der Komponist. Dennoch möchte der „Maestro“ nicht nur als Filmkomponist bezeichnet werden, da er vor allem auch an Kammermusikstücken für Solisten und Ensembles in verschiedener Besetzung arbeitete.

Trotz seiner 90 Jahre bereite ihm der hohe Arbeitsaufwand keine Probleme, da ihn komponieren entspanne. Vor Auftritten sei er aber immer noch ein bisschen nervös, bekannte er kürzlich. Denn Fehler kann er schlecht ertragen.

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