Ulmer Basketballer empfangen Ludwigsburg zum Derby

Ulm / Sebastian Schmid
10.11.2018

Die Ulmer Basketballer empfangen am Samstag in der Bundesliga die MHP Riesen Ludwigsburg zum Derby. Das Team von Trainer John Patrick setzt wie gewohnt auf eine aggressive Deckung – doch das Konzept geht in dieser Saison bislang noch nicht auf.

Den Ruf, den Ludwigsburg in der Bundesliga genießt, haben sich die Riesen hart erarbeitet. Das Team von Coach John Patrick steht für knallharte Defense, die unheimlich viel Druck auf den Gegner aufbaut. Dwayne Evans weiß das, schließlich lief der 26-Jährige vergangene Saison noch für den Gegner von Gastgeber Ratiopharm Ulm (Samstag 18 Uhr/Telekom Sport) auf. „Das Besondere ist, dass Ludwigsburger Teams in der Lage sind, den Druck über 40 Minuten hochzuhalten. Sie wechseln zwar ihre Verteidigungsart, aber die Intensität ist immer hoch.“

Mit seiner Art zu spielen, ist das Team von Coach Patrick immer ein unbequemer Gegner. Deshalb sagt Thorsten Leibenath: „Ich glaube, es gibt keinen Trainer in der Bundesliga, der sagt: Ja, gegen Ludwigsburg spielen wir gerne.“ Doch bislang läuft es für den schwäbischen Konkurrenten nicht gut. Der letztjährige Halbfinalist hat mal wieder einen Komplettumbruch hinter sich, bis auf die Deutschen David McCray und Adam Waleskowski verließen alle Akteure den Verein.

Mit zwei Siegen gestartet

Nach den zwei Heimsiegen gegen Frankfurt und Bremerhaven sah es so aus, als ob der Neustart reibungslos über die Bühne geht. Doch dann folgten wettbewerbsübergreifend zehn Niederlagen in Serie, so dass die Riesen in der Bundesliga nur einen Platz vor Ulm liegen, in der Champions League noch ohne Sieg dastehen und im Pokal wie das Ratiopharm-Team bereits in der ersten Runde ausgeschieden sind.

Der bisherige Saisonverlauf beider Teams lässt sich ganz gut miteinander vergleichen. Beide Mannschaften haben zumeist gut mitgehalten, standen am Ende aber allzu oft – mal wegen Pech, mal aus Unvermögen – mit leeren Händen da. Immerhin konnten die Ulmer das zuletzt ändern und drei Partien in Serie gewinnen.

Der Durchbruch ist damit aber noch nicht geschafft, schließlich steht in der Bundesliga weiterhin nur ein Sieg zu Buche. Eine Niederlage würde die ganze schöne Stimmung, die sich in der vergangenen Woche in Ulm breitgemacht hat, mit einem Schlag zunichte machen.

Derby, Heimspiel, Kellerduell – an Motivation sollte es keinem Ulmer Akteur mangeln. Und trotzdem brennen zwei Spieler noch mehr als der Rest auf das Duelle mit den Riesen. „Natürlich ist es eine Extra-Motivation für mich, gegen mein Ex-Team zu spielen“, sagt Evans, der eine Ausstiegsklausel in seinem noch bis 2019 gültigen Vertrag genutzt hat, um im Sommer nach Ulm zu wechseln. Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass Bogdan Radosavljevic aus der Barockstadt an die Donau kam. Der Center, der gegen Roter Stern Belgrad wegen Oberschenkelproblemen geschont wurde, äußert sich deutlich zurückhaltenden als Evans. „Das ist ein ganz normales Spiel.“ Dass er nach so kurzer Zeit in Ludwigsburg seine Koffer gepackt hat, hängt auch damit zusammen, dass ihm Patrick vor der Saison eine andere Rolle versprochen hatte. Radosavljevic sollte die Riesen anführen, doch zumeist saß er auf der Bank. „So etwas gehört zum Geschäft, da muss man Profi bleiben“, erklärt der 25-Jährige. Auch wenn er sich mit forschen Ansagen zurückhält (“Ich weiß, was sich gehört, und was nicht.“) ist klar, dass er darauf brennt, Patrick zu zeigen, was er drauf hat. Den Ulmern kann diese Extra-Motivation nur recht sein. Denn einfach ist es nie, die Riesen zu schlagen.

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