Blitztor, Pyro-Pause, Zitter-Schlussphase: HFC erkämpft sich Sieg in Braunschweig

Braunschweig –

Der HFC hat seinen Lauf fortgesetzt. Am Samstag siegten die Rot-Weißen beim Tabellenletzten Eintracht Braunschweig knapp aber verdient mit 1:0. Das Tor des Tages erzielte Pascal Sohm bereits in der dritten Minute.

Von 2007 bis 2015 spielte Jan Washausen für Braunschweig. Bei der Rückkehr in sein „altes Wohnzimmer“ blieb der HFC-Kapitän aber zunächst auf der Bank. Durch Wadenprobleme hatte er unter der Woche nur dosiert trainieren können. Sonst setzte Trainer Torsten Ziegner aber auf die erwartete Elf, Toni Lindenhahn ersetzte nach Sperre Fynn Arkenberg, der Rest blieb unverändert.

HFC dominiert die erste Halbzeit klar

„Wir wollen Braunschweig von der ersten Minute an auf die Füße treten“, hatte Ziegner vor dem Spiel angekündigt. Noch besser: Der HFC traf in der dritten Minute mit dem ersten Torschuss mitten ins Herz der Niedersachsen.

Der Traumstart im Detail: Der ehemalige Braunschweiger Braydon Manu bekam auf der rechten Seite den Ball, spielte in die Gasse auf Pascal Sohm. Der löffelte den Ball aus spitzem Winkel zum 1:0 in die kurze Ecke. Lukas Kruse im Braunschweiger Kasten sah da ganz schlecht aus. Für Sohm war es das erste Tor seit dem dritten Spieltag.

Noch schlimmer für die Gastgeber: Kruse hatte beim Gegentor einen Schlag abbekommen, musste benommen für Ersatzmann Marcel Engelhardt ausgewechselt werden.

Bahn verpasst aus der Distanz da 2:0

Danach versuchte die Eintracht dennoch ins Spiel zu finden, gefährlich blieb aber nur der HFC: Nach einer Ecke in der elften Minute kam Sohm im Gewühl aus kurzer Distanz zum Abschluss, setzte den Ball aber in Rücklage über das Tor.

Danach gestaltete sich das Spiel aber ausgeglichener, auch weil es dem HFC dann doch etwas an der Genauigkeit im Offensivspiel fehlte. Die Verunsicherung der Hausherren war aber bei jeder Aktion unübersehbar. Nach 30 Minuten musste der Tabellenletzte dann auch noch den zweiten verletzungsbedingten Wechsel vornehmen. Manuel Janzer ging unter Tränen aus dem Spiel.

Nach langem Leerlauf sorgte Bentley Baxter Bahn dann wieder für einen offensiven Höhepunkt: Aus 25 Metern Torentfernung zog der Mittelfeldmann ab, Engelhardt kratzte den Ball aus dem linken Eck.

HFC-Fans sorgen mit Pyrotechnik für Spielunterbrechung

Noch größer die Gelegenheit in der 43. Minute: Mit einer einfachen Körpertäuschung ließ Marvin Ajani auf rechts seinen Gegenspieler stehen, die Eingabe in die Mitte setzt Mathias Fetsch aus wenigen Metern per Direktabnahme daneben. Jetzt wackelte die Eintracht aber noch einmal: Nach missglücktem Abschlag von Engelhardt schoss Ajani aus 30 Metern nur knapp über das leere Tor. So blieb es beim 1:0 für den HFC zur Pause.

In der 47. Minute direkt die nächste Großchance für den HFC: Nach Steilpass von Björn Jopek ging Fetsch aufs Tor zu, unter Bedrängnis platzierte er den Ball aber nicht genug, Engelhardt konnte parieren.

Danach sorgten die HFC-Fans für einen unrühmlichen Aufreger: Durch massiven Einsatz von Pyrotechnik benebelten sie das Stadion für Minuten, Schiedsrichter Manuel Gräfe unterbrach die Partie sogar kurzzeitig. Die nächste Geldstrafe ist dem HFC somit sicher.

HFC verpasst mehrfach die Vorentscheidung

Zum Glück stand danach wieder der Fußball im Fokus und da war Braunschweig durch David Sauerland das erste Mal brandgefährlich, der Abschluss aber zu harmlos.

Insgesamt blieb aber Halle weiter das klar stärkere Team: Nach einer Ecke von Bahn setzte Fetsch den Ball in der 59. Minute mit einer starken Direktabnahme an die Latte. Das 2:0 für Rot-Weiß inzwischen überfällig.

Unmittelbar nach der Chance wechselte Ziegner das erste Mal: Kapitän Washausen kam für den gelbverwarnten Bahn ins Spiel. Das Spiel wurde insgesamt nun immer hektischer, viele Zweikämpfe, Fouls und Reklamationen bestimmten die Szenerie. Da passte der Wechsel von Fynn Arkenberg für Braydon Manu in der 75. Minute.

Mathias Fetsch verschießt Foulelfmeter

Der HFC verlor nun aber zunehmend die Linie und brachte damit die Braunschweiger ins Spiel. So setzte der eingewechselte Philipp Hofmann in der 81. Minute einen Kopfball an die Latte.

In der 87. Minute hätte der HFC dann aber alles klarmachen müssen: Marvin Ajani wurde im Strafraum gefoult, da der etatmäßige Schütze Bahn bereits ausgewechselt worden war, trat Fetsch zum Strafstoß an. Engelhardt parierte aber den Elfmeter, durch einen Sprung in die linke untere Ecke.

So blieb die Hoffnung in Braunschweig am Leben und die fünfminütige Nachspielzeit wurde zur Nervenschlacht. Die überstand der HFC aber unbeschadet und stellte damit einen neuen Rekord auf: 33 Punkte in einer Halbserie waren Halle in der 3. Liga noch nie gelungen. (mz)

Statistik: Eintracht Braunschweig – Hallescher FC 0:1 (0:1)

EBS: Kruse (6. Engelhardt) – Becker, Nkansah, Kijewski – Pfitzner – Sauerland, Bürger (63. Hofmann), Fürstner, Janzer (30. Putaro) – Nyman, Otto
HFC: Eisele – Lindenhahn (83. Tuma), Heyer, Landgraf – Manu (76. Arkenberg), Bahn (60. Washausen), Jopek, Ajani – Mai, Sohm, Fetsch
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 16.000
Tor: 0:1 Sohm (3.)
Gelbe Karten: Pfitzner / Bahn
Besondere Vorkommnisse: Engelhardt hält Foulelfmeter von Fetsch (86.)