Deutscher IS-Kämpfer aus NRW im Irak zum Tode verurteilt


Gladbeck 
Einem IS-Mitglied aus Gladbeck im Ruhrgebiet droht im Irak die Hinrichtung. Ein Gericht verurteilte ihn laut einem Bericht zum Tode.



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Er reiste aus dem Ruhrgebiet in den Irak und soll dort für die terroristischen IS-Milizen Kämpfer ausgebildet haben. Nun ist der 33 Jahre alte Mann anscheinend von der irakischen Justiz verurteilt worden. Ihm droht demnach die Hinrichtung.

Denn: Das deutsche Mitglied der Terror-Gruppe „Islamischer Staat“ (IS) ist laut einem Medienbericht im Irak zum Tode verurteilt worden.

Wie der „Spiegel“ berichtet, verurteilte ein Strafgericht in Bagdad den 33-Jährigen aus Gladbeck stammenden Mann bereits Mitte der Woche wegen der aktiven Teilnahme an Kampfhandlungen. Die irakischen Behörden seien davon überzeugt, dass der Deutsche in der früheren IS-Hochburg Rakka als Ausbilder der Terror-Gruppe im Irak
eingesetzt gewesen sei, hieß es.

Der Mann war dem Bericht zufolge nach dem Fall des IS im November 2017 im irakisch-syrischen Grenzgebiet von kurdischen Kämpfern festgenommen worden. Danach wurde er an die Amerikaner übergeben, die ihn schließlich im April 2018 an die irakische Justiz überstellten.

Das Auswärtige Amt habe lediglich bestätigt, dass man einen deutschen Staatsbürger in einem Terror-Verfahren konsularisch betreue. Die deutschen Behörden hätten den Mann schon im Visier gehabt, bevor er 2013 ins Krisengebiet nach Syrien reiste, hieß es.

So sei er im Jahr 2012 bei Observierungen von islamistischen Gruppen in Neuss aufgefallen. Zudem soll der Mann enge Kontakte zur sogenannten Lohberger Brigade, einer anderen Gruppe von deutschen Islamisten, gehabt haben.

Im Jahr 2013 sei er dann mit seiner Ehefrau Filiz ins Bürgerkriegsgebiet gereist, hieß es weiter. Wegen seiner Radikalität habe ihn die Polizei in Gelsenkirchen 2014 als islamistischen Gefährder eingestuft.

Die Deutsche Botschaft wolle den Mann nun dabei unterstützen, die Todesstrafe in einem Berufungsverfahren in eine langjährige Haftstrafe umwandeln zu lassen, hieß es. (epd/W.B.)