Die böse Utopie eines Revierderbys in der Fremde


Wenn Krawallen ein Derby kaputt machen: Das Finale der Copa Libertadores zwischen zwei Teams aus Buenos Aires findet am Sonntag in Madrid statt.



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New York hat gut 360.000 Einwohner deutscher Abstammung. Wie viele Fußballfreunde darunter sind, lässt sich nicht abschätzen. Das MetLife Stadium mit seinen 82.500 Plätzen würde die deutsche Gemeinde aber vermutlich leicht füllen, wenn Schalke 04 dort auf Borussia Dortmund treffen würde, weil in den Arenen im Ruhrpott die Sicherheit nicht mehr gewährleistet wäre.

Eine bitterböse Utopie? Sicher. Aber genau so verhält es sich am Sonntagabend, wenn River Plate und Boca Juniors in Madrid spielen. Und selbst dort fürchten die Behörden Krawalle, weil Anhänger beider Lager im Stadion sitzen – im Gegensatz zur Heimat in Argentinien.

Gewalt-Exzesse hat es in Deutschland immer mal wieder gegeben. Es gab auch schon Stadionverbote für Auswärtsfans. Beispielsweise für jene von Hansa Rostock. Und doch lief es nie dermaßen aus dem Ruder wie in Buenos Aires.

Gerade das Revierderby, eines der bedeutendsten Treffen im deutschen Profifußball, eines mit Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus, sollte eines mit Rivalität, aber auch mit einem Augenzwinkern bleiben. Königsblau oder Schwarz-Gelb – das ist eine Frage des Herzens, der Leidenschaft. Nicht eine über Leben und Tod.