Fürther Debakel gegen Aue – Elfmeter-Trubel in Darmstadt

08.12.2018, 14:55





Am Samstag holte Jens Keller beim Debüt als Ingolstadt-Trainer einen Punkt in Darmstadt, zwei Elfmeter sorgten für Trubel. Fürth blamierte sich zuhause gegen Aue – 0:5. Heidenheim schlug glücklose Duisburger. Am Sonntag treffen sich Magdeburg und das noch immer ungeschlagene Union Berlin zum Ost-Duell. Am Montagabend begegnen sich die Verfolger Bochum und St. Pauli.

Brachte Ingolstadt vom Punkt in Front: Dario Lezcano.

Am Samstag gab Ingolstadts neuer Trainer Jens Keller sein Debüt in Darmstadt, fünf Änderungen nahm er nach dem 1:3 gegen den HSV vor (Torschütze Kaya stand nicht mal mehr im Kader). Die Darmstädter mussten indes ohne den gesperrten Kapitän Sulu auskommen, sich von der altehrwürdigen Gegentribüne verabschieden – und schon nach einigen Sekunden einem Rückstand hinterherrennen. Kittel kam im Duell mit Keeper Heuer Fernandes zu Fall, den umstrittenen Elfmeter – Heuer Fernandes hatte erst den Ball und dann den Gegenspieler berührt – verwandelte Lezcano sicher (2.). Auf der anderen Seite kam Dursun dem Ausgleich nahe, der Pfosten rettete für den FCI (12.), der ansonsten defensiv kompakt stand und wenig zuließ. Als Röcher die Ampelkarte sah (63.), witterte Darmstadt endgültig Morgenluft und bekam seinerseits einen Elfmeter geschenkt, als Holland nach Mini-Berührung mit Kittel zu Boden sank. Kempe nahm das Geschenk an (83.) und besorgte den 1:1-Endstand.

Duisburg unglücklich, Heidenheim eiskalt

In Heidenheim hatte eigentlich Duisburg zunächst die besseren Chancen. Doch sowohl Iljutcenko (5., Müller hielt) als auch Verhoek (31., drüber) ließen gute Gelegenheiten liegen – ehe der formstarke Thomalla zuschlug (35.). Nach dem langen Ball von Schnatterer gab die MSV-Abwehr keine allzu glückliche Figur ab. Für die Zebras lief es auch danach äußerst unglücklich. Dovedan erhöhte kurz nach der Pause mit einem klasse Schuss auf 2:0 (47.), in der 56. Minute traf Iljutcenko nur die Latte. Das Tor fiel letztlich wieder auf der anderen Seite: Schnatterer verwandelte einen an ihm verursachten Strafstoß selbst (67.). Kurz darauf traf Duisburgs Wolze zwar zum 1:3 (69.), doch der FCH ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Vielmehr traf Dovedan in der Nachspielzeit zum 4:1-Endstand.

Fürth fehlt es gegen Aue an allen Ecken und Enden

In Fürth sahen die Zuschauer zunächst vor allem eines: Ecken für Aue. Es war die siebte, die schließlich zum Torerfolg führte. Krüger, der in der 4. Minute bereits einmal für Gefahr gesorgt hatte, stand goldrichtig und staubte nach Cacutaluas Kopfball erfolgreich ab (28.). Und Fürth? Die Franken waren im ersten Abschnitt zwar das dominantere Team, die Torgefahr ging ihnen allerdings ab. Aue hingegen verwertete relativ humorlos auch die erste Ecke nach Wiederanpfiff, diesmal hatte Testroet beim Kopfball zu viel Platz (47.). Nachdem auch noch Hochscheidt einen Freistoß aus anspruchsvollem Winkel sagenhaft in den Winkel geschweißt hatte (69.), war der Fürther Widerstand endgültig gebrochen. Iyoha (85.) und Herrmann per Elfmeternachschuss (88.) machten die Kleeblatt-Heimblamage perfekt – 0:5!

Ost-Duell: Magdeburg gegen unbesiegte Berliner

Christopher Trimmel

Am Sonntag (13.30 Uhr) treffen sich Magdeburg und Union Berlin zum Ost-Duell in der Elbestadt. Der FCM ist seit sieben Runden sieglos (0/2/5). Beim jüngsten 0:0 gegen Bochum konnte immerhin die Niederlagen-Serie von fünf Spielen gestoppt werden. Das Gefühl einer Niederlage ist für die Eisernen in der Liga in dieser Saison noch gänzlich unbekannt: Die Hauptstädter sind noch ungeschlagen (6/9/0). Ein Erfolgsrezept ist der gut besetzte Kader. “Klar, wir haben in der Breite ja wirklich einen sehr guten Kader. Wenn die Phase beginnt, in der unsere Spieler und die des Gegners müde werden, kann der Trainer super reagieren und frische Kräfte bringen”, erklärte Rechtsverteidiger Trimmel. Im Ost-Duell erwartet Trimmel “viel Kampf, Magdeburg wird uns den Schneid abkaufen wollen”.

Holstein will den dritten Sieg in Serie

Dynamo Dresden empfängt im letzten Heimspiel im Kalenderjahr 2018 Holstein Kiel. Die SGD ist seit zwei Partien ungeschlagen (1/1/0) und will diese Statistik nun weiter ausbauen. Die Störche sind sogar schon seit sechs Runden unbesiegt (3/3/0) und erzielten satte zwölf Tore in den letzten vier Partien. “Unsere Stärke ist das Kollektiv”, sagt KSV-Top-Scorer Schindler (fünf Tore, sechs Assists). “Wir spielen schönen und erfolgreichen Fußball. Jetzt wollen wir auch in Dresden drei Punkte holen.” Gelingt das, wäre es für Kiel der dritte Sieg in Serie.

Bielefeld: Trotz Krise gute Stimmung

Ein Befreiungsschlag ist Bielefeld noch immer nicht gelungen. Seit acht Runden wartet Arminia nun schon auf einen Dreier (0/2/6). Krisenstimmung gibt es auf der Alm allerdings nicht: Der DSC trat zuletzt deutlich verbessert auf. “Leidenschaft, Mut, Biss und Teamgeist” hatte Coach Jeff Saibene ausgemacht und möchte seine Mannschaft auch im Heimspiel gegen Sandhausen hoch verteidigen und aggressiv pressen lassen. Mit Sieglos-Serien kennt sich auch der SVS aus, immerhin dauert die Durststrecke am Hardtwald bereits fünf Partien (0/2/3). Nun muss Trainer Uwe Koschinat auch noch auf Mittelfeldmann Linsmayer (5. Gelbe) verzichten.

Verfolger-Duell am Montagabend

Henk Veerman

Am Montag (20.30 Uhr) steigt das Verfolger-Duell zwischen Bochum (5.) und St. Pauli (4.). Wer heftet sich an die Fersen der Top-Drei aus Hamburg, Köln und Berlin? Für den VfL spricht die Serie von sieben Spielen ohne Niederlage (3/4/0). Allerdings fällt mit Lee (5. Gelbe) ein Schlüsselspieler aus. Ihn könnte “Socceroo” Kruse ersetzen. St. Pauli ist seit vier Runden unbesiegt (1/3/0) und teilte dreimal in Folge die Punkte. Vor allem im Mittelfeld hoffen die Hamburger auf eine bessere Personallage und die Rückkehr von Knoll (Zerrung) und Möller Daehli (Prellung). Für einen Startelf-Platz empfahl sich Stürmer Veerman, der in seinen jüngsten vier Spielen drei Scorerpunkte markierte (zwei Tore, ein Assist, kicker-Notenschnitt 2,5).

HSV rettet frühe Führung – Paderborn im doppelten Latten-Pech

Trafen am Freitag fast auf die Sekunde gleichzeitig: Narey in Hamburg, Terodde in Regensburg.

Mit dem vierten Sieg im neunten Heimspiel hat Tabellenführer HSV den nächsten Schritt Richtung Bundesliga-Rückkehr gemacht. Am Freitagabend brachte die Wolf-Elf gegen den SC Paderborn eine frühe Führung ins Ziel. In der druckvollen Anfangsphase traf Narey erst den Außenpfosten (4.), dann zum verdienten 1:0 ins Tor (11.). Und auch danach ließen die zweikampfstarken Hausherren lange fast nichts zu. Die Ausnahmen hatten es aber in sich: Klements Freistoß touchierte die Latte (16.), Gueye köpfte nach einer Ecke dagegen (49.). Weil Keeper Zingerle auf der Gegenseite Narey (71.) und Joker Arp (75.) die Entscheidung verwehrte, durfte der SCP bis zum Schluss hoffen – der zweitbeste Sturm der Liga blieb aber torlos.

Teroddes 20, Drexler mit drei Scorerpunkten: Köln bleibt dran

Köln bleibt mit einem Punkt Rückstand erster HSV-Verfolger – auch Jahn Regensburg, zuvor zehn Spiele ohne Niederlage, ist es nicht gelungen, den FC zu stoppen. Die Kölner, die ohne die angeschlagenen Höger und Schaub antraten und auch noch Koziello verloren (73.), brachten sich in einem kurzweiligen Spiel früh auf Kurs: Terodde vergab nach seinem ganz überlegten 20. Saisontor (11.) zwar sein 21. ganz leichtfertig (28.), 1:0-Assistgeber Drexler stellte aber noch vor der Pause auf 2:0 (41.). Und kaum hatte Adamyan die Regensburger Bemühungen mit dem 1:2 belohnt (54.), legte Drexler mit seinem dritten Scorerpunkt das 3:1 nach und beruhigte die Lage (55.). Es war der Endstand, weil gleich zwei Jahn-Tore (76./86.) nicht zählten, das erste zu Recht, das zweite womöglich zu Unrecht. Zum Schluss sah Correia noch Rot (Notbremse, 89.).

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