Heldt: "Darüber haben wir nie gejammert"

08.12.2018, 10:39





Eins ist schon nach 13 Spieltagen bei Hannover 96 deutlich: Mit der vorhandenen Personaldecke in die Rückserie zu starten, ist ein zu großes Wagnis. Der Tabellenvorletzte muss in der Transferperiode im Januar den Kader verstärken, um am Ende der Saison über dem Strich zu stehen. Doch die Mittel fehlen.

Horst Heldt

Der Klassenerhalt kann nach bislang neun Punkten aus 13 Spielen das einzig realistische Ziel noch sein. Und das zu erreichen, wird schon schwer genug. “Die Transferperiode im Januar ist allerdings traditionell schwierig”, weiß 96-Manager Horst Heldt. In Hannover erinnern sich noch viele an die Winterpause 2016/17, als die Niedersachsen ebenfalls tief im Tabellenkeller steckten und mit Hugo Almeida und Adam Szalai zwei Stürmer holten, die bis zum Saisonende zusammen genau einen Treffer erzielten. 96 musste den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Das soll in der laufenden Spielzeit unbedingt vermieden werden. “Es ist allerdings nicht sinnvoll, das Geld zum Fenster rauszuschmeißen”, warnt Horst Heldt. Wie viele neue Spieler für den Klassenerhalt benötigt werden, ist für den Manager zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar. “Wir wollen uns nicht festlegen, sondern Spieler holen, von denen wir überzeugt sind und nicht, um der Öffentlichkeit jemanden präsentieren zu können. Das macht keinen Sinn.”

Problemzone Innenverteidigung: Verstärkung im Januar?

Personeller Bedarf besteht auf jeden Fall in der Innenverteidigung. Neben dem aktuell gesetzten Duo Waldemar Anton und Josip Elez steht nur noch Kevin Wimmer als realistische Alternative bereit. Die Leihgabe von Stoke City konnte im Saisonverlauf allerdings nicht überzeugen. Die Fußstapfen, die Salif Sane (wechselte im Sommer zu Schalke 04) hinterlassen hat, sind für den Österreicher (noch) viel zu groß.

Bliebe noch Felipe, der brasilianische Dauerpatient, der auch in dieser Woche – diesmal aus Krankheitsgründen – nicht zur Verfügung steht und mit dem Trainer Andre Breitenreiter nicht planen kann. Der im Sommer auslaufende Vertrag des dienstältesten Spielers im 96-Kader (seit 2012 im Verein, 39 Bundesligaeinsätze) dürfte wohl kaum verlängert werden. Außerdem wird Timo Hübers wegen eines Kreuzbandrisses noch länger auf der Ausfall-Liste stehen.

Schon im Sommer hatte Breitenreiter wiederholt darauf hingewiesen, dass er noch einen Innenverteidiger benötigt – erfüllt wurde diese Forderung nicht. Nun muss Heldt im Januar einen passenden Abwehrspieler finden. Und das mit relativ bescheidenen finanziellen Mitteln. “Wir können nicht mit Geld um uns werfen. Unsere Möglichkeiten sind begrenzt”, erzählt der Manager, “darüber haben wir aber auch nie gejammert und das werden wir auch jetzt nicht machen.”

Gunnar Meggers

Tabellenrechner 1.Bundesliga