Negativrekord eingestellt | FC Augsburg verliert auch in Leverkusen

Der FC Augsburg stellte heute einen etwa sechs Jahre alten Negativrekord ein. Das 0:1 bei Bayer 04 Leverkusen war die vierte Niederlage in Serie für den FCA.

Lange Gesichter bei Daniel Baier und Co. | Foto: Sebastian Pfister

Dreimal in Folge hatte der FC Augsburg vor der heutigen Auswärtspartie in Leverkusen verloren , dabei aber meist ordentliche Spiele angeboten. Für das Spiel im Rheinland hatte man sich vorgenommen, wieder vor dem Tor gefährlicher zu werden und weniger Fehler bei eigenem Ballbesitz zu machen. Oder wie es Verteidiger Raphael Framberger vor Spielbeginn zu Protokoll gegeben hatte: „Lieber würde ich mal sagen ´Die Leistung war scheisse´und wir würden gewinnen.“ In der ersten Halbzeit sah es aus, als würden seine Kollegen und er diesen Worten auch Taten folgen lassen. Die Vorstellung war deutlich dürftiger, als noch zuletzt.

Leverkusen war die spielbestimmende Mannschaft und kam auch zu einigen guten Gelegenheiten. Der FCA wollte eigentlich früh angreifen, wurde aber von Bayer 04 immer wieder tief in die eigene Spielfeldhälfte gedrängt. Wenn die Augsburger mal in Ballbesitz waren, dann gaben sie das Spielgerät durch schlampige Pässe beinahe umgehend an die Werkself zurück (Passquote 65%!!). Während Finnbogason, Gregoritsch und Hahn zumindest bemüht waren, musste man schon auf dem Spielbericht schauen, um Caiuby zu entdecken. Zum wiederholten Male eine ganz schwache Partie des Brasilianers, der in dieser Saison eigentlich nur durch seine Eskapaden abseits des Platzes auffällt. Aber auch seine Kollegen konnten sich nicht wirklich in Szene setzen, nur einmal stand ein Spieler der Schwaben im Mittelpunkt. Torhüter Andreas Luthe war bei einer Abwehraktion mit Volland zusammengerauscht und musste behandelt werden. Die Leistung war, gerade was die Offensive anging, absolut ausbaufähig. Die Mannschaft von Trainer Baum konnte sich zu diesem Zeitpunkt glücklich schätzen, dass Bayer 04 zu wenig aus der deutlichen Platzhoheit (65% Ballbesitz) herausgeholt hatte.


Auch nach dem Seitenwechsel sollte dies sich wenig ändern. Leverkusen diktierte das Spiel nahezu nach Belieben, wucherte aber mit den Gelegenheiten. Exemplarisch sei die 55. Spielminute genannt, als Framberger den Ball gegen Bailey verloren hatte, war die Werkself zu gleich drei Chancen in einer Aktion gekommen. Luthe mit einer starker Aktion und Hinteregger verhinderten den spätestens jetzt verdienten Rückstand. Weiterhin wehrte sich der FC Augsburg aber dagegen, zeigte aber offensiv weiterhin gar nichts. Natürlich lag dies auch an Bayer 04, doch auch bei der Mannschaft von Heiko Herrlich lief es nicht zu 100% rund.

Die Gelgenheiten wurden weniger, der FCA machte es defensiv ganz gut. Aber eben nicht bis zum Ende. In der 75. Spielminute war Max in seinem 100 Bundesligaspiel mit Bellarabi im Strafraum zusammengestossen, das Spiel ging aber weiter. Der drei Minuten zuvor eingewechselte Alario nützte den anschließenden Kollektivaussetzer in der Augsburger Hintermannschaft und nagelte den Ball zur Führung in die Maschen. Jetzt musste der FCA kommen, wenn man hier nicht den sechs Jahre alten Negativrekord (vier Niederlagen in Serie) einstellen wollte. Und auf einmal waren sie da. In der 81. Minute hatte der eingewechselte Ji nach feiner Vorarbeit von Khedira den Ball an die Latte genagelt. Der Gegentreffer hatte wie ein Wecker auf die Schwaben gewirkt, die nun deutlich aktiver wurden. Cordova und Khedira hatten in der Nachspielzeit sogar noch das 1:1 auf dem Schlappen, gereicht hat die bemühte Schlussphase heute aber nicht. Augsburg wartet nun seit insgesamt fünf Spielen auf einen Sieg und ist endgültig im Abstiegskampf angekommen. Nächsten Samstag müssen nun gegen Schalke 04, die das Revierderby gegen Dortmund mit 1:2 verloren haben, endlich wieder Punkte her. Sonst werden es wohl dunkle Weihnachtstage für den FCA werden.