Neuzugängen bestreiten erstes Spiel für die Baskets

BONN.
Die Telekom Baskets treten am Sonntag gegen Oldenburg erstmals mit ihren beiden Neuzugängen Olivier Hanlan und Stefan Bircevic an. Das mach die Vorbereitung schwierig – auch für die Gäste aus Niedersachsen.

Es hat sich einiges getan, seit die Telekom Baskets Bonn am 24. November in Ulm zuletzt in einen Wettbewerb eingriffen. 85:96 lautete das Ergebnis aus Bonner Sicht, die Stimmung war trüb. Noch stand nicht fest, wie schwer der – gegen Ulm offensichtlich – kaum ersetzbare Charles Jackson verletzt war. Seitdem haben die behandelnden Ärzte etwa drei Monate Ausfallzeit für Jackson mit seiner schweren Fußverletzung prognostiziert, die Spieler nach 17 Spielen in acht Wochen ihre Akkus wieder aufgeladen und die Chefs zwei neue Spieler verpflichtet.

Nach der zweiwöchigen Länderspielpause, in der Baskets-Cheftrainer Predrag Krunic seinen Spielern zumindest ein paar Tage freigab, erwartet das umgebaute Bonner Team am Sonntag den Tabellendritten aus Oldenburg. Die Tabelle lügt nicht: Hinter dem FC Bayern und Alba Berlin sind die Niedersachsen derzeit die dritte Kraft in der BBL. Und sie bringen mit, was den Baskets selten schmeckt: einen dominanten Center. Rashid Mahalbasic heißt die erste Aufgabe für Baskets-Neuzugang Stefan Bircevic.

Während der zweite Neue im Baskets-Team, Olivier Hanlan, schon Anfang vergangener Woche in Bonn eintraf, ist der Jackson-Ersatz erst am Donnerstagabend angereist. Und der Verspätungsgrund sagt einiges über seine Qualität: Der Serbe spielte noch mit seiner Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation. Insofern ist die Bezeichnung „Ersatz“ für einen Internationalen einer Basketball-Nation wohl ein wenig despektierlich.

Wie oft Krunic in dieser Saison seine komplette Mannschaft zur Verfügung hatte, beantwortet der 51-Jährige schnell und emotionslos: „Einmal.“ Für Dinge, die er ohnehin nicht ändern kann, verplempert er ungern Energie.

Es gilt, das Beste aus der Situation zu machen. Das scheint den Baskets mit zwei Hochkarätern gelungen zu sein, gegen Krunics Ex-Club muss nun der Beweis auf dem Parkett erbracht werden. Das ist nicht einfach, denn die Gäste kommen mit reichlich erfahrenem Personal wie dem österreichischen Nationalcenter Mahalbasic, Dauerbrenner Rickey Paulding, Verteidigungsspezialist Karsten Tadda, dem immer für einen Distanztreffer guten Philipp Schwethelm und ihrem Königstransfer Will Cummings im Spielaufbau. Zudem ist das Team von Headcoach Mladen Drijencic immer bestens vorbereitet. Gezwungenermaßen haben sie viel Zeit. Die Donnervögel wollten wie Bonn in der Champions League antreten, doch durch den Wechsel Bambergs in die Fiba-Königsklasse war kein Platz mehr für Oldenburg frei. Ein Start im klassentieferen Europe Cup kam nicht in Frage. Nach dem 91:94-Achtelfinal-Aus gegen Jena spielt der Meister von 2009 auch nicht mehr im Pokal und kann sich auf das Ligageschäft konzentrieren – was auch sein Gutes hat. Siehe Tabelle.

Ganz so einfach wird es für Cummings und Kollegen am Sonntag nicht werden. Denn auf dem wie üblich vor den Spielen zur Verfügung gestellten Filmmaterial sind nur die „alten“ Baskets zu sehen. Alles, was Krunic unter der Woche mit Hanlan und Bircevic einstudiert hat, gibt es nicht auf Film. Die eine Seite der Medaille ist also, dass die Baskets in der Kürze der Zeit nicht wirklich eingespielt sein können. Auf der anderen Seite wissen die sonst so akribischen Vorbereiter um Coach Drijencic auch nur theoretisch, was sie erwartet. Insofern will Krunic über seine Pläne auch nicht sprechen: „Wenn man einen Gegner mal überraschen kann, dann wäre man ja dumm, es nicht zu tun. Ich kann nur sagen: Wir haben die Zeit, die uns mit den beiden zur Verfügung stand, gut genutzt.“