Pflichtsieg ist hart erarbeitet

Göppingen / Harald Betz
07.12.2018

Das Schlusslicht machte es den aktuell in der Bundesliga mächtig auftrumpfenden Göppinger Handballern keineswegs leicht. Vor 4000 Zuschauern in der EWS-Arena zeigten sich die Frisch-Auf-Profis aber über die gesamten 60 Minuten als Herren der Lage, die zwar die eine oder andere Schwäche verarbeiten mussten, in entscheidenden Momenten aber immer eine Lösung fanden, um den 30:26 (16:12)- Pflichtsieg gegen die Eulen Ludwigshafen einzufahren. Damit schraubte die Truppe von Trainer Hartmut Mayerhoffer ihre Erfolgsbilanz auf nun 8:0 Punkte, muss sich aber deutlich steigern, soll diese Serie am morgigen Samstag gegen die Rhein-Neckar- Löwen nicht schon wieder reißen.

Frisch Auf hatte zu Beginn keinen leichten Stand auf eigenem Parkett, bis zum 3:4 riss der Tabellenletzte die Führung an sich, da die Gastgeber zum einen in der Defensive vor allem mit den Kreisanspielen der Eulen ihre Mühe hatten und zugleich im Angriff nicht konzentriert genug zu Werke gingen. Diese Probleme zogen sich letztlich mit unterschiedlichen Auswirkungen durch die gesamte Partie, wurden aber immer wieder mit stärkeren Phasen wettgemacht, die schließlich auch den Ausschlag für den Sieg gaben.

Aus dem Rückstand in den Vorsprung

Aus dem 3:4-Rückstand (8. Minute) entwickelte sich über das 7:6 (14.) dank einer deutlichen Offensivsteigerung ein standesgemäßer 11:6-Vorsprung für den Tabellenneunten, der diese Führung aber Schritt  für Schritt bis zum 12:10 wieder herschenkte, um schließlich mit einem 16:12 in die Pause zu gehen. „Das war ein komischen Spiel. Wir haben es nicht geschafft, unseren Plan umzusetzen, weil die Abwehr nicht wie gewünscht stand und deshalb die Gegenstöße nicht liefen“, fand Marcel Schiller später eine Erklärung für die Auf und Abs im Laufe der Begegnung.

Auch im zweiten Durchgang benötigten die Göppinger nach dem Ludwigshafener 16:14 Zeit. Bis zur 43. Minute blieb es bei zwei Treffern Abstand, erst nach dem 21:19 musste der stark personalgeschwächte Gast einen höheren Rückstand verdauen, der auf 19:23 (46.) wuchs. In einem teilweise wilden Duell, in dem keine Schönheitspreise vergeben wurden, kämpften sich die Eulen mit variablen Abwehrsystemen wieder auf zwei Tore heran und ärgerte den Favoriten noch bis zum 26:24 (53. Minute). Erst in der Schlussphase sicherte Frisch Auf seinen vierten doppelten Punktgewinn hintereinander mit einer Resultatserhöhung auf 28:24 (54.) etwas besser ab und fuhr letztlich den verdienten 30:26-Erfolg ein.

Hartmut Mayerhoffer, der mit Blick auf die Belastung der Spieler mit zwei Partien in drei Tagen viel wechselte,  sprach anschließend vom zu erwartenden Spiel und fand durchaus Kritikpunkte am eigenen Auftritt. „Wenn man die eigenen Chancen nicht wirklich nutzt, kann man sich nie richtig Abstand verschaffen“, ärgerten den Frisch-Auf-Trainer Nachlässigkeiten im Abschluss. Zugleich hatte er auch Schwächen im Defensivverhalten erkannt. „Wir hatten große Zuordnungsprobleme in der Abwehr“, sprach der Coach die auffälligen Freiheiten der gegnerischen Kreisläufer an. Letztlich aber habe man Antworten auf die verschiedenen Abwehrformationen gefunden und den Sieg klar gemacht. Gästetrainer Benjamin Matschke konnte sich zwar über die kämpferische Leistung seiner Rumpftruppe freuen, gestand mit Blick auf die positive Entwicklung der Göppinger in den vergangenen Wochen aber auch: „Im Moment ist es maximal undankbar, in Göppingen zu spielen.“

Bereits am Samstag um 20.30 Uhr gastieren die Rhein-Neckar-Löwen in der EWS-Arena, für die Partie sind nur noch Stehplatzkarten erhältlich.

FA Göppingen: Rebmann, Prost (ab 41.); Kneule (3), Ritterbach, Damgaard (n.e.), Heymann (3), Bagersted (1), Peric (1), Sliskovic (2), Schiller (8/2), Rentschler (5), Goller, Schöngarth (1), Zelenovic (2), Kozina (4).

Ludwigshafen: Lenz (n.e.), Hanemann; Stüber (2), Salger (1), Dietrich, Hideg (3), Scholz (2/1), Falk (5), Hofmann, Müller (4), Dippe (7/1), Valiullin (2).

SR: Christian u. Fabian vom Dorff.

Zeitstrafen: 4:6 Minuten.

Zuschauer: 4000.