Bürgerrechtlerin Ljudmila Alexejewa ist tot

Russland: Bürgerrechtlerin Ljudmila Alexejewa ist tot – SPIEGEL ONLINE – Politik

SPIEGEL ONLINE




08. Dezember 2018, 23:58 Uhr

Die Menschenrechtsaktivistin Ludmilla Alexejewa ist mit 91 Jahren gestorben. Vergangenes Jahr hatte Russlands Präsident Putin ihr noch persönlich gratuliert – obwohl sie den Kreml immer wieder kritisiert hatte.

Die russische Menschenrechtlerin Ludmilla Alexejewa ist im Alter von 91 Jahren in Moskau gestorben. Das teilte der Menschenrechtsrat des russischen Präsidenten mit. Der Vorsitzende des Rates, Michail Fedotow, bezeichnete ihren Tod in der Mitteilung als “schrecklichen Verlust für die gesamte russische Menschenrechtsbewegung”.

Alexejewa war eine der bekanntesten Bürgerrechtlerinnen Russlands (Lesen Sie ein Interview mit der Menschenrechtsaktivistin). Sie war international und auch in Russland hoch angesehen. Zu ihrem 90. Geburtstag hatte ihr Kremlchef Wladimir Putin persönlich gratuliert und sie in ihrer Moskauer Wohnung besucht.

Gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow gründete sie 1976 die Moskauer Helsinki-Gruppe, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzte. Dafür musste sie ins Exil.

Seit 2004 war sie mit Unterbrechung Mitglied im Menschenrechtsrat. Die Aktivistin kritisierte offen die Politik des Kremls und die zunehmenden Repressionen gegen die russische Opposition. Vor einigen Jahren war sie bei einer Demonstration festgenommen worden.

Bis kurz vor ihrem Tod hatte sie sich für den Aktivisten Lew Ponomarjow eingesetzt, der wegen Aufrufs zu nicht genehmigten Protesten zu einer Arreststrafe verurteilt wurde. Sie habe mit ihrer Assistentin noch kurz vor ihrem Tod darüber gesprochen, hieß es. “Sie blieb eine Menschenrechtsaktivisten bis zuletzt”, schrieb Fedotow. Sie habe dieser Arbeit ihr Leben gewidmet.

kko/dpa

Verwandte Artikel: