Digitalisierung: Die Deutschen sind schlecht vorbereitet

Arbeitnehmer in Deutschland unterschätzen die Folgen der Digitalisierung für den eigenen Arbeitsplatz. Das ist ein Ergebnis der bisher unveröffentlichten paneuropäischen Studie „Voice of the Workforce“ der Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, die WELT AM SONNTAG vorliegt.

Für die Studie wurden 15.000 Beschäftigte in zehn Ländern befragt, darunter 2000 in Deutschland.

Quelle: Infografik WELT

Demnach erwarten gerade einmal 18 Prozent der Beschäftigten in Deutschland, dass sie die eigenen Fähigkeiten in den kommenden Jahren erweitern müssen, um den sich wandelnden Anforderungen im Beruf gerecht zu werden. Und nur zwei Prozent glauben, dass ihr derzeitiger Job verschwinden wird.

Selbstbewusst oder naiv?

„Viele Arbeitnehmer unterschätzen offenbar die Dynamik der Entwicklung und überschätzen die eigenen Fähigkeiten“, sagt Michela Coppola, die die Studie mitverantwortet hat. Tatsächlich wähnen sich die Deutschen offenkundig sicher. In Italien oder Frankreich erwartet ein größerer Teil der Beschäftigten erhebliche Veränderungen.

Die Arbeitnehmer hierzulande sind zudem von ihren eigenen sozialen und methodischen Kompetenzen überzeugt. Teamgeist, Kommunikationsgeschick und Lernfähigkeit: Bis zu zwei Drittel der Befragten glauben, hervorragend gerüstet zu sein.

Die Mehrheit der Angestellten (56 Prozent) ist zudem sicher, nicht lebenslang lernen zu müssen – weil sie alle Kompetenzen schon hat. Im europäischen Vergleich sind die deutschen Arbeitnehmer damit sehr selbstbewusst; im Durchschnitt aller befragten Länder betrug der Wert nur 48 Prozent.

So gelingen Schweden immer wieder neue Web-Erfolgsstorys
Während in Deutschland viel über das Thema Digitalisierung geredet wird, zeigen Länder wie Schweden, wie man es richtig macht. Dass Digitalisierung mehr ist, als ein Land an Glasfaserkabel anzuschließen, hat man dort schon vor Jahrzehnten verstanden.

Quelle: WELT/Kevin Knauer