Prozess: Rolex-Räuber der East Side Gallery vor Gericht

Moabit –

Als Touristen staunend vor der East Side Gallery standen, griffen sie zu: Ein Quartett hatte es auf Luxus-Armbanduhren abgesehen. Einer Chinesin rissen die Räuber eine Rolex für 37000 Euro vom Handgelenk. Doch sie hatte die Täter zufällig fotografiert.

Fünf Monate nach dem miesen Überfall begann der Prozess gegen Mourad A. (23). Vier Taten werden dem Ägypter zur Last gelegt. Immer waren es Berlin-Besucher, die er und drei Komplizen umzingelt und beraubt haben sollen. Für die Chinesin war der 6. Juli der erste Tag in Berlin. An ihrem Arm eine auffällige goldene Uhr. Reich besetzt mit Diamanten.

Die Frau schoss mit ihrem Handy unbekümmert ein Foto nach dem andern. Plötzlich der Angriff: Ein Fremder packte sie am Arm und wollte sie zu Boden zerren. Sie hielt dagegen. Es kam zu einem Gerangel. Die drei Komplizen schirmten den Überfall vor den Blicken von außen ab. Schließlich hatte ein Räuber die Uhr in seiner Hand.

Mindestens fünf Jahre Haft

Auch ein Blumenhändler aus München trug eine auffallend schöne Uhr, als er am 14. Juli das von Künstlern aus aller Welt bemalte Stück des DDR-Mauer besichtigte. Die Plünderer näherten sich mit einem Trick: Sie baten ihn, sie vor dem Mauerstück zu fotografieren. Sie hielten ihm ein Handy hin, nutzten dann den Körperkontakt: Mourad A. soll an der 5000 Euro teuren Uhr des Mannes gezogen haben.

Der Schließmechanismus aber gab nicht nach. Und der Händler wehrte sich. Die nächsten Überfälle im Zwanzig-Minuten-Takt. Eine Uhr für „nur“ 310 Euro war den Räubern zu billig. Sie gaben sie dem Opfer zurück. Kurz danach die Festnahme von A. Ihm drohen mindestens fünf Jahre Knast. Bislang schweigt er.  

KE