Bleibt Großbritannien doch in der EU?

Am Dienstag muss das britische Parlament über den von Theresa May ausgehandelten Brexit-Vertrag abstimmen. Dabei gehen viele Beobachter davon aus, dass der Vertrag keine Mehrheit hat. Was bei einer Niederlage Mays geschieht, steht in den Sternen.

Zuvor haben sich mehr als hundert EU-Abgeordnete zu Wort gemeldet. Die Politiker werben in einem offenen Brief für einen Verbleib der Briten in der EU. „Wir bitten darum, im Interesse der nächsten Generation den Austritt zu überdenken“, heißt es in dem Brief.

Es ist natürlich ein mögliches Szenario, dass Großbritannien am 30. März raus ist. Und es dann keinerlei bilaterales Einvernehmen darüber gibt, wie man die Beziehungen jetzt organisiert. – Florian Eder, Politico

May hält Brexit-Stopp für wahrscheinlicher

Zwischenzeitlich ist ein Redemanuskript von Theresa May aufgetaucht, das für einen Auftritt vor Fabrikarbeitern in Stoke-on-Trent vorgesehen ist. Darin gibt May zu verstehen, dass sie bei einer Niederlage den Stopp des EU-Austritts für wahrscheinlicher hält als ein britisches Ausscheiden ohne Deal.

Es gibt nicht einen großen Block, der gegen den Brexit-Vertrag ist, es gibt verschiedene Interessen. Und sowohl, die am liebsten in der EU bleiben würden und auch die Brexiteers haben etwas gegen den Vertrag und seine Bedingungen.Florian Ederist Redaktionsleiter bei Politico Europe in Brüssel. 

Daneben scheinen noch weitere Szenarien denkbar. Von einer Verlängerung der Brexit-Frist bis zu Neuverhandlungen und einem No-Deal-Szenario ist derzeit vermutlich nichts ausgeschlossen.

Über den Brexit-Vertrag und die bevorstehende Abstimmung hat sich detektor.fm-Moderator Philipp Weimar mit Florian Eder von Politico unterhalten.


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