„Schnibbler“ und „Kannibale“: Auf diese Stars treffen Deutschlands Handballer

Berlin –

Mit zwei Siegen aus zwei Spielen ist den deutschen Handballern ein Traumstart in die Heim-WM gelungen. Nach den Erfolgen gegen Korea und Brasilien (Lesen Sie hier: DHB-Team demontiert die Brasilianer) wartet am Montag (18 Uhr, ARD) nun der erste echte Härtetest gegen die Russen. Auf einen Spieler muss das DHB-Team dabei besonders achten. Am Dienstag (20.30 Uhr, ZDF) kommt es dann zum Kracher gegen Frankreich um Rückkehrer Nikola Karabatic (34).

Was Uwe Gensheimer (32)  für Deutschland ist, ist Timur Dibirow (35) für Russland. Wie der DHB-Kapitän verkörpert auch der Linksaußen des nächsten deutschen WM-Gegners Russland absolute Weltklasse.

Schnell, trickreich und eiskalt

Dibirow ist schnell, trickreich – und eiskalt vor dem gegnerischen Tor. Immer wieder überrascht der „Super-Schnibbler“ mit schier unmöglichen Wurfvarianten. Auf Patrick Groetzki (29), der im deutschen Team die Rechtsaußen-Position besetzt und gegen den wieselflinken Russen verteidigen wird, dürfte Schwerstarbeit zukommen. „Sehr unangenehm. Er ist unglaublich auffällig, geht blitzschnell nach vorne“, warnt der deutsche Co-Trainer Alexander Haase.

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“Super-Schnibbler” Timur Dibirow ist der Star der russischen Nationalmannschaft.

Und läuft Dibirow einmal heiß, ist er nicht mehr zu stoppen – so geschehen in der Auftaktpartie Russlands gegen Serbien (30:30), als der 1,80 Meter große Linksaußen zwölf Treffer erzielte – darunter ein fast unmöglicher Dreher aus spitzem Winkel.

Nur wenige Stars in Russlands Kader

Allerdings ist der Kader des Weltmeisters der Jahre 1993 und 1997 darüber hinaus nicht so hochkarätig und ausgeglichen besetzt. Will das Team von Trainer Eduard Kokscharow (43) bei dieser WM überraschen, müssen also wohl gleich mehrere Spieler über sich hinauswachsen.

In der deutschen Gruppe A werden sich die Russen wohl mit Serbien um das dritte und letzten Hauptrunden-Ticket hinter Deutschland und Frankreich streiten. Unterschätzen sollte das DHB-Team die Kokscharow-Truppe aber besser nicht – im Falle einer Pleite kann der Druck  sofort ins Unermessliche steigen. Dieses Szenario will deutsche Team unbedingt verhindern – und weiß auch schon wie. „Wir müssen kompakt stehen und die nötige Härte an den Tag legen“, fordert DHB-Rückraumspieler Paul Drux. (Lesen Sie hier: Tobias Reichmann meldet sich nach WM-Aus erneut zu Wort)

Am Dienstag wartet Top-Favorit Frankreich

Denn bereits am Dienstag geht’s gegen Titelfavorit Frankreich. Und der kann überraschend wohl doch auf Superstar Karabatic setzen. Ursprünglich hatte der „Kannibale“ die WM aufgrund einer Fußverletzung verpassen sollen. Doch nun meldete sich der dreifache Welthandballer fit. Ein Einsatz gegen Deutschland ist sehr wahrscheinlich. „Dem Fuß geht es gut“, sagt er. Was die Aufgabe für das deutsche Team nicht einfacher macht.

(kos)