Unbekannte attackieren vier AfD-Mitglieder

Am Rande einer Berlinale-Vorführung sind AfD-Anhänger angegriffen worden. Zwei von ihnen wurden verletzt, die Hintergründe sind laut Polizei noch unklar.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, kg

Berlin: Vier Mitglieder der AfD-Jugendorganisation, der Jungen Alternative, stehen mit einem Polizisten auf dem Gehweg vor dem Kino International.
Vier Mitglieder der AfD-Jugendorganisation, der Jungen Alternative, stehen mit einem Polizisten auf dem Gehweg vor dem Kino International.
© Gregor Fischer/dpa

In Berlin sind vier Mitglieder der AfD von einer Gruppe angegriffen, geschlagen und zum Teil verletzt worden. Das teilte die Polizei mit und sprach unter Verweis auf Aussagen der Opfer von fünf bis sieben Angreifern. Demnach ereignete sich der Vorfall am späten Sonntagabend in der Nähe des Kinos International an der Karl-Marx-Allee im Bezirk Mitte.

Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, waren die Attackierten auf dem Weg zum Kino, als sie angegriffen wurden. Demnach wurden zwei der vier Opfer durch Schläge mit der Faust oder einem in einem Stoffbeutel versteckten Gegenstand leicht verletzt. Die Männer im Alter von 27 und 31 Jahren hätten eine Behandlung im Krankenhaus abgelehnt und seien vor Ort versorgt worden, hieß es.  

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, erschien kurz nach dem Zwischenfall der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron – begleitet von einem Kameramann – vor dem Kino und zeichnete einen
kurzen Kommentar zu dem Vorfall auf. Darin beschuldigte er die Antifa des Angriffs, ohne einen Beweis zu liefern. Interviewanfragen von
Medienvertretern lehnte er demnach ab.

Die Zeitung zitiert auch Vadim Derksen von der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative, der bei dem Angriff nach eigenen Angaben dabei war. Ihm zufolge waren die Angreifer vermummt und riefen “Scheiß Nazis”. Die Polizei hat nach eigenen Angaben noch keine Hinweise auf die Täter oder die Hintergründe der Tat.

Der Vorfall ereignete sich kurz vor Beginn der Vorführung des Dokumentarfilms Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto von Roberta Grossman, den Berlinale-Direktor Dieter Kosslick kurzfristig ins Programm genommen hatte. Kosslick hatte Anhänger sowie Vertreter der AfD zum kostenlosen Besuch des Films eingeladen. “Alle AfD-Mitglieder, alle Abgeordneten im Bundestag der AfD werden kostenlos ins Kino dürfen. Von mir persönlich eingeladen. Ich bezahle jedes Ticket”, hatte der scheidende Festivaldirektor gesagt. Nach Angaben der Berlinale wurden bis kurz vor Vorstellungsbeginn nur sechs Tickets angemeldet oder abgeholt.