Fünf-Sterne-Debakel in den Abruzzen

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Rom/L’Aquila – Für die Fünf-Sterne-Bewegung ist die Regionalratswahl in den Abruzzen in einem Fiasko geendet. Während der Spitzenkandidat von Mitterechts, Marco Marsilio, mit 48 Prozent klar gewonnen hat, schnitt die Lega mit 27,5 Prozent ab. Die Fünf-Sterne-Bewegung stürzte hingegen in der Region im Vergleich zu den Parlamentswahlen von 41 auf 20 Prozent ab, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa.

Im Vergleich zu den letzten Regionalratswahlen verlor der M5S rund 27.000 Stimmen. Sara Marcozzi, die Spitzenkandidatin der Bewegung, die auf 20,2 Prozent der Stimmen kam, wurde sogar von Giovanni Legnini vom Mittelinks-Block ausgestochen, der auf 31,3 Prozent kam. „Die ist keine Niederlage des M5S, sondern der Demokratie“, erklärte Marcozzi nach der Wahl.

EU-Parlamentspräsidenten Antonio Tajani von Forza Italia forderte unterdessen einen Regierungswechsel in Italien. Die Allianz aus Lega und M5S habe für Italien bisher keine Ergebnisse gebracht. Die Lega würde bei Neuwahlen auf 33 Prozent kommen, erklärte Tajani.

Lega-Chef Matteo Salvini beruhigt nach dem Wahldebakel seinen Koalitionspartner. Nach der endgültigen Vorstellung der Wahlergebnisse erklärte er, die Lega wolle an der derzeitigen Regierung festhalte. Gleichzeitig verspürt die Lega angesichts der bevorstehenden Europawahlen deutlich Aufwind.

Während die Parlamentarier der Fünf-Sterne-Bewegung eine Nachdenkpause fordern, hüllen sich die Spitzen rund um Luigi Di Maio und Alessandro Di Battista in Schweigen. In den Reihen der Lega wird bereits von einer Regierung „mit Ablaufdatum“ gesprochen. Premier Giuseppe Conte garantierte hingegen, dass die Regierung weitere vier Jahre halten werde.

Von: mk