Valentinstag: Wenn die Liebe niemals zu Ende geht

Es sind wirklich tolle Liebesgeschichten, die uns innerhalb unserer Aktion gemeinsam mit der Deutschen Post zum Valentinstag erreichten. Manche gingen unter die Haut, andere rührten gar zu Tränen. Wir präsentieren an dieser Stelle zuerst Auszüge aus den drei Zuschriften, die mit einem Menü in der „Guten Stube“ des Parkhotels belohnt werden und anschließend einige weitere lesenswerte Briefe oder Mails.

Glück per Kleinanzeige

Wir haben uns beim Tanz in den Mai 1983 im Tanzlokal Tabaris in Bochum kennen gelernt. Es war ein toller Abend, und wir verabredeten uns für den nächsten Tag an einer Straßenecke in Castrop-Rauxel. Ich wollte ihn ja nicht direkt in meine Wohnung einladen.

Die Kleiderauswahl dauerte gefühlt unendlich, und ich war so aufgeregt. Es war ein regnerischer Tag und ich wartete mit einem Regenschirm. Er kam mit dem Auto und parkte am Seitenstreifen.

Aber aus unerklärlichen Gründen haben wir uns dennoch verpasst. Aber ich wollte nicht aufgeben und alles versuchen, ihn zu treffen. Da kam mir die Idee mit einer Kleinanzeige. Kaum war ich am Tag der Anzeigenschaltung zu Hause, klingelte schon das Telefon, allerdings kam mir die Stimme so gar nicht bekannt vor. Ich verabredete mich aber trotzdem mit dieser Person in einem Pub in Herne. Mein Gefühl täuschte mich nicht, denn die erhoffte Person kam nicht.

Es waren ein paar junge Männer da, die sich wohl einen Spaß erlaubt hatten. Nach einer Weile fuhr ich enttäuscht nach Hause. Kaum zu Hause angekommen, klingelte wieder mein Telefon – juchhu er war es.

Rupert, so hieß er genau, Wir haben uns direkt an diesem Abend noch getroffen und sind noch bis heute zusammen. Die Krönung war unsere Hochzeit in Las Vegas im Juni 1995.
Petra Luft

Kuscheln im Auto

Mit 20 Jahren habe ich meine heutige Frau in einer Disco in Gelsenkirchen kennen gelernt. Ich habe ein schüchternes Mädchen mit schwarzen Haaren zum Tanzen aufgefordert, was mir nach mehreren Versuchen auch gelungen ist. Irgendwie ist mein Herz dabei verrutscht. Zu dieser Zeit hatte ich mein erstes Auto, ein kleiner Fiat 500. Damit fuhren wir, wenn wir uns getroffen haben, raus ins Grüne. Später sind wir dunkle Ecken angefahren, um dann im Auto zu kuscheln. Mann, das war eine echt schöne Zeit, die 70er!

Heute sind wir 48 Jahre verheiratet und lieben uns wie am ersten Tag unserer Begegnung. Wahre Liebe!
Peter Grande

Blöder Kuppelei-Paragraf

Unsere Liebesgeschichte begann am 31. Dezember 1968. Meine Eltern feierten mit Bekannten Silvester. Ich war ganz erstaunt, dort traf ich ihn. Er war das Nesthäkchen in der Familie, 15 Jahre jünger als sein Bruder. Er sah einfach unfassbar gut aus. Schlank, schwarze Haare und eine wahnsinnige Figur. Ja, Amor hatte ganze Arbeit geleistet. Wenn es die Zeit erlaubte, trafen wir uns.

1969 leisteten wir unseren ersten Urlaub, es ging nach Bulgarien. Ein Jahr später ging es nach Rothenburg ob der Tauber. Auf einmal packte mein Mann ein Päckchen aus, es kamen zwei Ringe zum Vorschein. Er sagte: „Ich liebe dich, ich möchte mit dir immer zusammen sein.“ In unserem jugendlichen Leichtsinn dachten wir, dass man als Verlobte auch mal eine Nacht im elterlichen Haus zusammen sein kann. Da gab es keinen Pardon von meinen Eltern. Es gab bis 1973 den Kuppelei-Paragraf. Der Kuppelei machten sich nach der Rechtsprechung auch diejenigen Eltern schuldig, die ihren Kindern den Kontakt mit ihren möglichen Sexualpartnern im elterlichen Haus erlaubten. Am 30. Dezember 1971 heirateten wir, am 28. April 1972 wurden wir kirchlich getraut. Wir sind immer noch verliebt und glücklich.
Monika Träger

Seit 73 Jahren verliebt

Es war im Sommer 1947, als alles begann. Meinem Elterhaus gegenüber zog eine Flüchtlingsfamilie ein. Der Vater war im Krieg verschollen. Erich war 17 Jahre alt, ein nicht gerade wohlgenährter, blasser junger Mann. Inzwischen sind wir alt geworden, Erich 89, ich 88, genießen aber trotz aller Wehwehchen unseren Lebensabend, und es vergeht kein Tag, an dem wir uns nicht sagen, dass wir uns noch lieb haben, auch noch nach 73 Jahren.
Ursula Zdebel

Ostgeld

Es gab 1957 an der Hauptstraße das Möbelhaus Heiland, wo jetzt Deichmann ist. Dort hat mich mein späterer Mann, der aus der damaligen DDR kam, gefragt, wo man Ostgeld tauschen kann. Ich zeigte ihm den Weg. Seitdem waren wir nie wieder getrennt, bis vor kurzem, als mein Mann verstarb.
Inge Kaiser

Wiedersehen

Mein Mann und ich haben uns in harten Zeiten 1954 in Herne kennen gelernt. 1950 heirateten wir, wir hatten nicht einmal ein Hochzeitskleid. Aber wir hatten uns, und das war kostbar. Seit fünf Jahren ist mein geliebter Partner nun tot, und es ist ein großes Loch entstanden. Inzwischen bin ich 84 Jahre alt und warte auf ein Wiedersehen mit meinem Geliebten.
Rita Jessel