Wer war eigentlich Valentin – und woher kommt der Brauch?



Donnerstag ist Valentinstag 2019 – der Tag der Blumen und Geschenke. Aber woher kommt der Brauch überhaupt – und wer war Namensgeber Valentin?

Valentinstag 2019, das steht für viele Menschen wieder für Geschenke und Blumen. Denn traditionell wird jedes Jahr am 14. Februar der Tag der Liebenden gefeiert.

Warum sprechen wir vom Valentinstag? Woher kommt der Brauch, an diesem Tag Geschenke zu machen, Sprüche zu verschicken, oder Blumen zu schenken? Und wo wird Valentinstag überhaupt gefeiert?

Valentinstag: Herkunft und Bedeutung

Wer nach Herkunft und Brauchtum zum Valentinstag 2019 sucht, wird wie so oft in der Kirchengeschichte fündig. Am 14. Februar gedenken die Christen des Heiligen Valentin, der einmal als römischer Priester, ein anderes Mal als Bischof von Terni oder als beides gleichzeitig bezeichnet wird.

Der Überlieferung zufolge war Valentin, geboren vermutlich um 175 nach Christus –  schon als junger Bischof durch Wundertaten aufgefallen. Deshalb wurde er nach Rom gerufen, um Cheremon, den verkrüppelten Sohn des Rhetors Craton zu heilen. Er folgte dem Ruf, brachte nun in Rom vielen Menschen den christlichen Glauben nahe – und wurde deshalb unter Kaiser Aurelian verhaftet, gefoltert, und schließlich am 14. Februar 269 enthauptet.

Der Legende zufolge soll sich St. Valentin von Terni während seiner Wirkenszeit auch über das Verbot des Kaisers hinweggesetzt haben, dass Soldaten nicht heiraten dürfen. Er traute sie dennoch und verschenkte Blumen – was sich heute im Brauchtum am Valentinstag wiederfindet.

Gesichert sind all diese Geschichten über Sankt Valentin natürlich nicht. So schließt zum Beispiel das Ökumenische Heiligenlexikon nicht aus, dass es tatsächlich zwei verschiedene Märtyrer namens Valentin gab, deren  Lebens- und Leidenswege in der Überlieferung miteinander verschmolzen.

“Um das Leben von Valentin ranken sich mehr Fragen und Spekulationen als gesicherte Antworten”, schreibt auch Andreas Otto bei Katholisch.de, dem Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland.

Auch wenn sich der Ursprung des Valentinstags also nicht mehr ganz gesichert nachvollziehen lässt, wird er in mehreren Ländern gefeiert. Auch in den USA oder England werden zum Beispiel Karten an die Frau der Träume verschickt.

In vielen Ländern gibt es Bräuche rund um den Valentinstag

In Deutschland werden am 14. Februar so viele Blumen verschenkt wie an keinem anderen Tag im Jahr. In Italien nutzen Verliebte den Tag oft, um zusammen Schlösser mit ihrem Namen an Brücken aufzuhängen. Diese Liebesschlösser sind mittlerweile unabhängig vom Valentinstag auch in Deutschland und vielen anderen Ländern bekannt.

In Japan läuft das Ganze etwas anders. Am 14. Februar schenken die Frauen den Männern dunkle Schokolade – übrigens nicht nur dem Partner, sondern auch Verwandten oder dem Chef. Am 14. März – einen Monat nach dem Valentinstag – bekommen sie dafür weiße Schokolade zurück.

Und in den USA? Da zeigten vergangenes Jahr Michelle Obama und ihr Ehemann Barack wie man Valentinstag auch feiern kann. “Frohen Valentinstag für mein Ein und Alles”, schrieb die ehemalige First Lady der USA bei Twitter. “Ich widme dir eine kleine Valentinstag-Playlist”, fuhr sie fort und stellte darunter einen Link zum Musik-Streamingdienst Spotify.

Was sollte man am Valentinstag besser nicht machen?

Brauchtum hin, Blumen her – auch am Valentinstag kann man ins Fettnäpfchen treten. So sind Valentinstags-Grüße im Büro eher ein No-Go. “In angelsächsischen Ländern wäre das akzeptabel”, sagt die Etikette-Expertin Elisabeth Bonneau. “In Deutschland wird so ein Gruß jedoch oft als Liebeserklärung missverstanden, erst recht, wenn er von Blumen oder Pralinen begleitet wird”.  Die nett gemeinte Aufmerksamkeit könne die Empfängerin oder den Empfänger schlimmstenfalls zum Opfer von Sticheleien oder Unterstellungen machen.

Auch von einer Verlobung am Tag der Liebe rät ein Fachmann ab. “Meist ist es ja nach wie vor immer noch der Mann, der den Antrag macht, und der kann da fast nur verlieren. Wie soll denn der arme Kerl am Valentinstag, der ja an sich schon genug mit Klischees überfrachtet ist, die Erwartungen erfüllen?”, so der Paartherapeut Eric Hegmann aus Hamburg. “Nur für den Fall, dass ein Mann wirklich so romantisch veranlagt ist, ist der Antrag an dem Tag natürlich das I-Tüpfelchen.” (AZ)


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