Ajax bekommt Effektivitäts-Lehrstunde von Real

Kunstvoll wurde die Partie in der mit über 52.000 Zuschauern gefüllten Johan-Cruyff-Arena noch vor der Champions-League-Hymne von Amsterdams Haus-Violinist André Rieu musikalisch eingeleitet – und Ajax nahm sich in der Folge fußballerisch daran ein Vorbild.

Trainer Erik ten Hag hatte seiner Mannschaft offenbar den richtigen Matchplan an die Hand gegeben. Amsterdam kam blitzschnell aus den Startlöchern, kombinierte ansehnlich, attackierte früh und presste energisch im Kollektiv, woraufhin sich Real Madrid erst einmal ordnen musste. Was nicht allzu gut gelang. Nach vorne hin klappte bei den Königlichen wenig.

Premiere für den Videobeweis in der Champions League

Ein Indikator für die Überlegenheit der niederländischen Hausherren: Die Großchancen. Für Amsterdam hatten Noussair Mazraoui (9.), Dusan Tadic mit einem Pfostenschuss (26.) und Hakim Ziyech (35.) die Führung auf dem Fuß.

In der 38. Spielminute dann der Aufreger der ersten Halbzeit und gleichzeitig die Premiere für den Videobeweis in der Königsklasse. Nach einer Ecke gewann Ajax-Kapitän Mathijs de Ligt das Kopfballduell in der Mitte, Reals Torwart Thibaut Courtois konnte den unangenehmen Aufsetzer nur prallen lassen, Nicolas Tagliafico staubte per Kopf ab. Doch dann fasste sich Schiedsrichter Damir Skomina an sein Ohr. Nach Sichtung der Kamerabilder erkannte er das Tor schließlich ab, weil Tadic Courtois haarscharf aus dem Abseits heraus per Block an einer Faustabwehr gehindert hatte.

Torwart Courtois kommentierte die Szene nach dem Spiel beim TV-Sender “Sky” überzeugt: “Der Videoassistent hat eine korrekte Entscheidung getroffen.” Dass er Real Madrid in Hälfte eins mehrfach vor dem Rückstand bewahrte, wusste er: “Es war ein hartes Spiel, ich habe ein paar gute Paraden gehabt.”

Real Madrid mit der größtmöglichen Effizienz

Welche Gefahren das kraftaufwändige Offensiv-Pressing der Niederländer barg, bekam Ajax dann umso härter zu spüren. Karim Benzema scheiterte zunächst noch an Onana (51.), vollendete dann aber wenig später die Vorlage von Flügelstürmer-Juwel Vinicius Junior unhaltbar zum 1:0 für die Gäste (60.), nachdem Ajax’ Pressing-Ketten überspielt worden waren.

In der Folge setzte Ajax-Trainer ten Hag weiter auf die Offensive, stellte um und nahm Lasse Schöne als defensiven Mittelfeldspieler raus. Für ihn rückte Donny van de Beek aus dem offensiven Mittelfeld zurück auf die Sechs, außerdem kam Mittelstürmer Kasper Dolberg (73.). Und die mutige Spielweise zahlte sich aus: Ziyech versenkte nach flachem Zuspiel von David Neres souverän im Kasten von Reals Courtois (75.).

Doch kurz vor Schluss sorgte der eingewechselte Marco Asensio doch noch für den Knock-out und traf zum 2:1 für Real Madrid (87.).

Bessere Ausgangslage für Real

Durch größtmögliche Effizienz, Geduld und Cleverness im Hinspiel befindet sich Madrid nun durch die zwei Auswärtstore in einer guten Ausgansposition für das Rückspiel am 05. März im Santiago Bernabéu. Für Ajax hingegen wäre mehr drin gewesen – eine bärenstarke Leistung, vor allem in Hälfte eins, wurde nicht belohnt.