Buga-Preise noch nicht komplett

Familienkarten, Familiendauerkarten und Seniorentarife soll es bei der Erfurter Bundesgartenschau nicht geben. Nichtsdestotrotz sei die vorgelegte Preisliste erst einmal ein Gerüst. Mögliche Rabatte oder Vergünstigungen seien noch möglich.

Erfurt. Kaum war die Preisliste für die Bundesgartenschau 2021 veröffentlicht, wurde darüber diskutiert, gab es Unmutsäußerungen. Linke-Stadträtin Karola Stange bekräftigt, ihre Fraktion werde sich für soziale Eintrittspreise einsetzen. Und da bestehe aus ihrer Sicht Nachbesserungsbedarf. Man suche zum Beispiel Familienkarten, Familiendauerkarten, Seniorentarife vergeblich. Auch der Umgang mit langjährigen Ega-Dauerkartenbesitzern werfe Fragen auf. Man wolle zudem, dass mit dem Familienpass eine weitere Eintrittsermäßigung erfolge. Leserin Maria Neumann wiederum verlangt für die Buga-Dauerkarte einen „kräftigen Rabatt“ für langjährige Saisonkarteninhaber, da diese den Egapark ohnehin subventionieren würden.

„Da verwechselt Frau Neumann etwas“, entgegnet Buga-Sprecher Henry Köhlert, denn es sei so, dass vielmehr die Stadtwerke die Saisonkarten subventionieren würden. Schließlich koste die Ega mehr, als sie durch Tickets einnehme. Eine Tageskarte der Ega kostet acht, eine Saisonkarte 35 Euro. Da könne keiner davon ausgehen, dass diese Preise über den tatsächlichen Kosten liegen. Ungeachtet dessen werde man den Saisonkarteninhabern preislich entgegenkommen. Wie viel genau, das werde man später bekanntgeben. Denn die jetzt vorgelegte Preisliste bilde erst einmal das Gerüst. „Es sind noch über 14 Monate Zeit, bis der Buga-Vorverkauf beginnt“, so Köhlert. Man habe die Preise definiert, ohne zusätzliche mögliche Rabatte oder Vergünstigungen einzubeziehen. Das folge noch.

Fakt sei, im Buga-Jahr würden keine Ega-Saisonkarten verkauft, auch, weil die Ega im gesamten Jahr auch außerhalb der Buga nicht zugänglich sei, so Köhlert. Man brauche den Freiraum für den Auf- und Abbau und der könne nicht bei laufendem Betrieb erfolgen.

Ega und Buga seien beides unterschiedliche Produkte, die man nicht miteinander vergleichen könne. Und deswegen könne man auch keine Ega-Preise für die Buga verlangen. Mit 100 Euro für die Dauerkarten im Vorverkauf und 125 Euro im Normalverkauf liege man im üblichen Limit. In Koblenz kostete das Dauerticket 120 Euro, in Hamburg 110 und dieses Jahr in Heilbronn 125 regulär.

Köhlert weist darauf hin, dass in Erfurt im Preis der Besuch im Klimazonenhaus Danakil und der Ausstellungen im Gartenbaumuseum enthalten seien. Zudem könne man mit den Tageskarten (nicht mit den Dauerkarten!) im Erfurter Stadtgebiet den ÖPNV kostenlos nutzen.

Seniorentarife werden tatsächlich nicht angeboten, das sei auch auf der Ega nicht üblich. „Uns ist es wichtig, junge Leute auf die Buga zu holen“, sagt er. Daher bezahlen Kinder unter acht Jahren gar nichts, bis zum 15. Lebensjahr 2,50 Euro pro Tag, 12,50 Euro für die Dauerkarte. 16- bis 25-Jährige zahlen am Tag 12,50 Euro, 40 Euro für die Dauerkarte. Da erübrige es sich, extra ein Familienticket aufzulegen. „Unser offenes Konzept ist sehr familienfreundlich gedacht“, sagt er. Man kann als Aufsichtsperson so viele Kinder mitnehmen, wie man möchte, ohne dass man die familiäre Bindung nachweisen müsse. Ein klassisches Familienticket sei üblicherweise bei drei Kindern gedeckelt. Und für Kindergärten werde es noch eine ganze Reihe an Sonderangeboten geben.