Bundesrat stimmt ab: Wenn 43 Millionen Deutsche ihren Führerschein umtauschen

Köln –

43 Millionen Deutsche müssen in den kommenden Jahren ihre Führerscheine gegen neue europaweit einheitliche Dokumente eintauschen. Wie diese riesige Tauschaktion so organisiert werden kann, dass die Behörden dem Ansturm gewachsen sind, darüber stimmt am Freitag der Bundesrat in Berlin ab. Der Vorschlag des Verkehrsausschusses sieht vor, dass die Besitzer ihre Dokumente gestaffelt nach ihren Geburtenjahrgängen zum Amt bringen.

„Da ein Antrag auf den Umtausch des Führerscheins nur persönlich gestellt werden kann, muss auch im Interesse der Bürger sichergestellt werden, dass der Umtausch für den einzelnen ohne längere Wartezeiten möglich ist“, schreibt der ADAC auf seiner Webseite. Als erstes müssten die Jahrgänge 1953 bis 1958 aufs Amt – vorausgesetzt die Mitglieder des Bundesrates stimmen dem Plan zu.

Lesen Sie hier, wann Sie an der Reihe wären

  •  Jahrgänge 1953-1958: Umtausch bis 19. Januar 2022
  • 1959-1964: bis 19. Januar 2023
  • 1965-1970: bis 19. Januar 2024
  • 1971 oder später: 19. Januar 2025

Menschen, die vor 1953 geboren sind, wären von der Umtauschpflicht bis 2033 ausgenommen. Führerscheine, die nach dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurden, müssten wie folgt umgetauscht werden:

  • 1999-2001: bis 19. Januar 2026
  • 2002-2004: bis 19. Januar 2027
  • 2005-2007: bis 19. Januar 2028
  • 2008: bis 19. Januar 2029
  • 2009: bis 19. Januar 2030
  • 2010: bis 19. Januar 2031
  • 2011: bis 19. Januar 2032
  • 2012-18. Januar 2013: bis 19. Januar 2033

Wohlgemerkt, es geht um den Umtausch bereits vorhandener Führerscheine. 

EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006

Nötig macht die aufwendige Aktion eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006. Vor 13 Jahren beschlossen Europäisches Parlament und Rat, ab 2033 einheitliche europäische Führerscheinkarten und eine begrenzte Gültigkeitsdauer für neue Führerscheine einzuführen.

Bis 2028 sollen möglichst viele Alt-Führerscheine in Deutschland umgetauscht sein. Denn dann verlieren auch die seit 2013 neu ausgestellten Berechtigungen ihre Gültigkeit. Seit 2013 müssen Führerscheine nach 15 Jahren erneuert werden. Das führt jedoch nicht dazu, dass die Deutschen auch alle 15 Jahre ihre Fahrtauglichkeit unter Beweis stellen müssen. Die Fahrerlaubnisse an sich gelten weiter unbefristet.

Umtausch ist teurer als Verwarnungsgeld

Der Umtausch kostet laut ADAC etwa 25 Euro. Wer dem nicht nachkommt, dem drohe ein Verwarngeld von zehn Euro, heißt es.