Busverkehr beeinträchtigt?: Experten lehnen Umweltspur auf der L269 bei

Niederkassel/Troisdorf –

Die von CDU und Grünen im Kreistag vorgeschlagene Umweltspur für die L 269 zwischen Niederkassel-Mondorf und der Auffahrt zur Autobahn 565 hinter der Siegaue stößt bei den Verkehrsexperten im Siegburger Kreishaus auf wenig Begeisterung. Das geht aus der Antwort von Kreis-Planungsdezernent Michael Jaeger auf eine Anfrage der schwarz-grünen Kreistagskoalition hervor.

Die beiden Parteien hatten angeregt, dass die von Niederkassel in Richtung Bonn vorhandene Busspur der L 269 für Fahrgemeinschaften und Besitzer von Autos mit Elektroantrieb freigegeben werden könnte. CDU und Grüne erhoffen sich von ihrem Vorschlag unter anderem eine Entzerrung des Verkehrsaufkommens auf der vielbefahrenen L 269. Zum anderen wollen sie umweltfreundlicheres Fahren gezielt unterstützen.

Nach Angaben der Verkehrsexperten im Kreishaus ermöglicht das Elektromobilitätsgesetz zwar grundsätzlich, elektrisch betriebene Fahrzeuge zu privilegieren. Deshalb sei es grundsätzlich möglich, die Busspur für Elektroautos freizugeben. 

Busverkehr könnte beeinträchtigt werden

Tatsächlich sprechen nach Auffassung der Kreisverwaltung aber viele Argumente gegen einen solchen Schritt. So könnte dadurch der Busverkehr erheblich beeinträchtigt werden. Bereits heute gebe es auf der „hochfrequentierten“ Spur täglich 106 durchgehende Fahrten von Bussen der Linien SB55 und 550.

Hinzu kommen ab Troisdorf-Bergheim täglich 37 Fahrten der Linie 551. Noch in diesem Jahr sei zudem eine Taktverdichtung im Zusammenhang mit dem Projekt Lead City Bonn zu erwarten. Die Kreisverwaltung erinnert auch daran, dass es im Verlauf der Busspur drei Haltestellen ohne eigene Busbucht gebe. Die Busse müssen dort deshalb auf der Busspur stoppen. Daher sei zu erwarten, dass Fahrzeuge, für die die Busspur geöffnet würde, haltende Busse umfahren und wieder auf die reguläre Fahrbahn ausweichen würden – mit erheblichen Folgen für die Verkehrssicherheit.

Eine Entscheidung darüber, ob die Busspur tatsächlich für Elektrofahrzeuge freigegeben wird, muss nach Angaben des Kreises aber in den Rathäusern in Niederkassel und Troisdorf gefällt werden.

Definitiv nicht geöffnet werden kann die Busspur nach Angaben der Kreisverwaltung für Autos mit konventionellem Antrieb, in denen mindestens drei Personen unterwegs sind. Dazu biete die Straßenverkehrsordnung keinerlei rechtliche Möglichkeiten. Auch mit dem Umweltrecht lässt sich nach Auffassung des Kreises dieses Vorhaben nicht rechtfertigen. Weder verlaufe die L 269 durch eine Umweltzone, noch sei für die Straße ein Fahrverbot wegen hoher Schadstoffwerte verhängt.