Ceconomy kündigt tiefe Einschnitte an

Die MediaMarktSaturn-Mutter Ceconomy hat ein schweres Jahr hinter sich und konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Jetzt droht sogar die Verkleinerung einzelner Filialen.
Die MediaMarktSaturn-Mutter Ceconomy hat ein schweres Jahr hinter sich und konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Jetzt droht sogar die Verkleinerung einzelner Filialen. Skolimowska/dpa

Düsseldorf/Ingolstadt

Wie Bernhard Düttmann, Interims-Finanzchef von Ceconomy, am Mittwoch einräumen musste, habe man die Erwartungen im zurückliegenden Geschäftsjahr nicht erfüllen können. Deshalb sollen vor allem die Kosten gedrückt werden, erklärte Düttmann. Wie bei der Hauptversammlung bekannt wurde, will Ceconomy beispielsweise den Einkauf bei MediaMarkt und Saturn zusammenlegen und für eine zentralisierte Logistik sorgen. Des Weiteren ist geplant, einige Filialen zu verkleinern, wie Düttmann ankündigte. Details zu dem Restrukturierungsprogramm will Ceconomy jedoch erst im Mai bekanntgeben. Düttmann versuchte aber bereits am Mittwoch, die Anleger zu besänftigen. Eine Kapitalerhöhung sei für die nun anstehenden Maßnahmen nicht geplant, sagte der Finanzvorstand.

Besonders die Kleinaktionäre zeigten sich am Mittwoch mit der Geschäftsentwicklung bei Ceconomy höchst unzufrieden. Der Kurs der Aktie bereitet den Anlegern Sorgen. So sei nach der Unabhängigkeit von der Metro kein “Kursfeuerwerk” gezündet worden – es seien eher Werte vernichtet worden, kritisierte Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). In der Folge machte Düttmann am Mittwoch auch bekannt, dass es heuer “keine Basis” für eine Ausschüttung einer Dividende gebe. “Vorstand und Aufsichtsrat haben entschieden, die vorhandenen Mittel zu verwenden, um die Transformation des Unternehmens schnellstmöglich voranzutreiben”, wie die Ceconomy AG am Mittwoch mitteilte.

Die Aufspaltung der Metro im Jahr 2017, aus der auch die Ceconomy als Holding der Ingolstädter MediaMarktSaturn Retail Group hervorgegangen war, hatte bei Aktionären, aber auch im Unternehmen Hoffnungen auf bessere Zeiten geweckt. Die Geschäfte von Saturn und MediaMarkt laufen aber seit einiger Zeit schleppend. Die vor allem mit stationären Filialen im Markt agierenden Handelshäuser stehen beim Online-Handel in hartem Wettbewerb. Das eigene Online-Angebot hat gegen die Marktführer des Segments – etwa Amazon – oft wenig entgegenzusetzen. Auf dieses Wachstumsfeld wolle sich Ceconomy noch stärker fokussieren.

Die Bilanz wurde auch von Abgängen in der Führungsriege belastet. Wie Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Fitschen am Mittwoch berichtete, seien an den entlassenen Vorstandschef Pieter Haas 11,2 Millionen Euro an Abfindung geflossen. Der Niederländer musste Mitte Oktober nach mehreren Gewinnwarnungen seinen Posten räumen. Der ebenfalls vor die Tür gesetzte Finanzvorstand Mark Frese habe 6,8 Millionen Euro erhalten, so Fitschen weiter.

Düttmann betonte aber auch die bisher erzielten Fortschritte. So konnte man sich vom verlustreichen Russland-Geschäft trennen. Zudem sei der Verkauf der noch vorhandenen Anteile an der Metro AG fest vereinbart. Und vor allem: Im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2018/19 sei es laut Mitteilung gelungen, den Umsatz zu steigern und das operative Geschäft zu stabilisieren.