Drei Männer sterben bei Brand: „Eine fürchterliche Tragödie“

Bei einem Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus an der Straße „Zu den Werkstätten“ haben am Mittwochmittag drei Menschen ihr Leben verloren. Ein weiterer Hausbewohner blieb unverletzt. Die Brandursache ist noch unbekannt, die polizeilichen Ermittlungen laufen. Auch die Opfer sind bislang nicht identifiziert. Noch am Abend ordnete der zuständige Staatsanwalt die Obduktion der drei Toten an. In der Nacht brachte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle, wie die Leitstelle am Morgen bestätigte.

Wehr rückt sofort unter schwerem Atemschutz vor

Als die Wehr Mittwoch um 12.26 Uhr nach einem Sirenenalarm zu einem gemeldeten Wohnungsbrand ausrückt, ahnt noch niemand von den Einsatzkräften, was an Schrecklichem auf sie zukommen wird.

Doch kaum sind die Wehrleute unter schwerem Atemschutz zum Erstangriff in das völlig verqualmte Gebäude eingedrungen, stoßen sie auf die ersten beiden Hausbewohner. Sie können ihnen nicht mehr helfen: Die beiden Männer sind tot.

Ein drittes Brandopfer

Die Wehrleute dringen sofort weiter vor, suchen unter schwierigsten Bedingungen nach möglichen weiteren Bewohnern, denn es ist völlig unklar, wie viele Personen sich in dem verwahrlosten Gebäude aufhalten. Dann der nächste Schock – ein dritter Toter.

Die Polizei riegelt die Straße hermetisch ab

Während die Wehr unter Leitung von Brandamtmann Christian Luig die Opfer birgt und weiter unermüdlich den Brand bekämpft, riegelt die Polizei die Straße für jeglichen Verkehr hermetisch ab.

Durch kommen nur noch Einsatz- und Rettungsfahrzeuge. Sie stehen mit blinkenden Blaulichtern Stoßstange an Stoßstange, die Zahl der Einsatzkräfte ist kaum zu überschauen. Überall behelmte Frauen und Männer im Einsatz. Jeder Handgriff sitzt, ein Zuruf genügt.

Die Lage bleibt unklar. Sind noch weitere Menschen in dem Gebäude, aus dem immer dichterer, gelblich-öliger Rauch quillt? Der Einsatzleiter reagiert und fordert den Basislöschzug 6 aus Niedereimer/Bruchhausen an.

PSU betreut Wehrleute

Auch das Team der Psychisch Sozialen Unterstützung (PSU) rückt aus, um den überlebenden Hausbewohner, mögliche Angehörige der Opfer und vor allem auch die erschütterten Einsatzkräfte zu betreuen, die die Toten entdeckt haben. „Denn das ist sehr hart auch für unsere Leute,“ sagt Feuerwehrsprecher Udo Schütte.

Polizei warnt Schreppenberg-Anwohner per Twitter

Die Feuerwehr kann durch das Hausinnere des flachen Gebäudes nicht richtig an Brandnester gelangen. Der aus dem Dachbereich dringende Rauch wird immer dichter. Per Twitter warnt die Polizei die Schreppenberg-Anwohner und fordert sie zum Schließen der Fenster auf, um mögliche gesundheitliche Gefahren zu vermeiden. Die Rauchwarnung wird erst am Abend wieder aufgehoben.

Immer wieder schlagen Flammen aus dem Dach

Immer wieder schlagen jetzt Flammen aus dem Dach. Selbst der Einsatz der Drehleiter bleibt zunächst erfolglos, aber die Wehr ist auch für diese Lage bestens vorbereitet:

„Wie werden jetzt mit einer Motorsäge Teile aus dem Dach herausschneiden, um so an die Brandnester zu gelangen,“ erklärt Schütte, der in seiner langen Feuerwehrzeit noch nie einen solch tragischen Einsatz in Arnsberg mit drei Brandopfern erlebt hat. Was auch für den Arnsberger Bezirksbeamten, Hauptkommissar Wolfgang Meier, gilt: „Das ist einfach nicht zu fassen.“

Bittner: Ursache muss restlos aufgeklärt werden

Bürgermeister Ralf Paul Bittner trifft ein, um sich direkt vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Er ist ebenso betroffen wie die Angehörigen von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei:

„Das ist eine ganz fürchterliche Tragödie. Wir müssen jetzt dafür Sorge tragen, dass die Einsatzkräfte und mögliche Angehörige der Opfer ausreichend betreut werden.“ Und: „Wir müssen alles dafür tun, dass die Ursache für dieses schreckliche Geschehen restlos aufgeklärt wird.“

„Wir haben eine Vermutung, aber nichts Konkretes“

Darum kümmert sich die Polizei. „Allerdings wird es noch etwas dauern, bis erste verwertbare Erkenntnisse vorliegen werden,“ sagt deren Sprecher Holger Glaremin, der ebenfalls vor Ort ist. Auch die Identität der Opfer ist noch völlig unklar: „Wir haben zwar eine Vermutung, aber bislang nichts Konkretes.“

Zweite Nachalarmierung

Dann muss gegen 17.30 Uhr zum zweiten Mal nachalarmiert werden: Weitere Wehrleute, die im Vorgehen unter schwerem Atemschutz ausgebildet sind, werden dringend benötigt, um den Brand endgültig in den Griff zu bekommen. Die entsprechend ausgestatteten Einheiten aus Rumbeck und Oeventrop sind schon wenig später vor Ort und greifen ein.

Den Feuerwehrleuten wird alles abverlangt

Die Löscharbeiten dauern bis in die Abendstunden an. Ein harter Einsatz auch für die vielen, teils fassungslosen Ehrenamtlichen, der ihnen alles abverlangt. Seelisch und körperlich. Leider nicht der erste in diesem Jahr: Erst vor wenigen Wochen kam bei einem Brand auf der Straße „Auf der Alm“ ein Mensch ums Leben.“

Das Brand lockt auch viele Gaffer mit Smartphones. Doch die Abriegelung der Polizei hält sie auf gebührenden Abstand.