Explosion in der Alsdorfer Broicher Siedlung

Seit mehreren Jahren sollen in dem betroffenen Haus Chemikalien unsachgemäß gelagert worden sein. Diese hätten nun miteinander reagiert und zu der Explosion geführt. Der dadurch entstandene Zimmerbrand war ursprünglich Grund dafür, dass die Bewohnerin des Hauses die Feuerwehr rief.

Die Einsatzkräfte nahmen bereits beim Eintreffen am Einsatzort einen chemischen Geruch in der Luft war und fanden bei der Sichtung der Einsatzstelle einen Kellerraum vor, in dem diverse Chemiebehälter lagen. Diese waren vorher wohl in einem Regal gelagert worden, das bei der Explosion umgefallen war. Die Bewohnerin hatte das Haus vor einigen Jahren gekauft, der Vorbesitzer hinterließ ihr den betroffenen Kellerraum samt Inhalt. Die zurückgelassenen Chemikalien seien laut Angaben der Feuerwehr an sich handelsüblich, würden jedoch gefährlich werden, wenn sie wie in Alsdorf miteinander in Verbindung kämen.

Eine der Chemikalien änderte bei der Reaktion mit den anderen ihre pulverhafte Form und wurde zu einer Paste, die bei der Explosion an die Kellerwand gespritzt wurde. Um diese Paste von der Wand abzutragen, ist auch das Umweltamt in der Leibnitzstraße im Einsatz.

Die Feuerwehr hatte das Haus umgehend evakuiert und ABC-Alarm ausgelöst. Um 6.28 Uhr schätzte man die Einsatzlage auf CBRN-Stufe zwei ein, um 6.45 Uhr wurde dann auf Stufe drei erhöht. Diese Gefahrenstufe bedeute, dass zusätzliche Erkundungskraftwagen im Einsatz seien. Aus diesem Grund sei in Alsdorf auch der Gerätewagen Umweltschutz der Städteregion vor Ort. Eine Gefahr für umliegende Anwohner besteht jedoch nicht.

Wie lange der Einsatz noch dauern wird, sei bislang nicht klar. Aktuell bestimmen Einsatzkräfte in speziellen Schutzanzügen, ein Atemschutz-Zelt und ein Dekontaminations-Zelt das Bild vor dem Wohnhaus. Von 20 verschiedenen Chemikalien wurden bislang 18 identifiziert. Die anderen beiden müssten noch ermittelt werden, da die Schilder auf den Behältern mittlerweile verblasst seien und der Identifikationsprozess kompliziert sei, teilte die Feuerwehr mit.

An der Unfallstelle sind drei Löschzüge der Feuerwehr Alsdorf im Einsatz. Unterstützung erhalten sie von den Löschzügen aus Herzogenrath, Würselen und Erkelenz. Zudem sind die Fachberater Chemie der Alsdorfer Feuerwehr sowie der Fachberater Chemie der Städteregion Aachen vor Ort.

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(red)