Jenoptik-Aktie mit vorläufigen Zahlen: Was Anleger wissen sollten


Der Technologiekonzern Jenoptik legt am Mittwoch seine vorläufigen Jahreszahlen vor. Auch 2018 war ein Rekordjahr: Umsatz, operativer Gewinn und Auftragseingang stiegen – und das stärker, als von Analysten erwartet worden war. Investoren reagierten erfreut. Was das für die Aktie bedeutet, was Anleger wissen sollten. Von Annika Kintscher

Für den Technologiekonzern Jenoptik läuft es gut: Das Unternehmen aus Jena arbeitet sich von einem Rekordjahr zum nächsten. So können sich auch die vorläufigen Jahreszahlen mehr als sehen lassen. “Nach dem guten Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen hat die Nachfrage in den letzten Monaten 2018 noch einmal ordentlich zugelegt”, sagte Jenoptik-Chef Stefan Traeger am Mittwoch. Der SDAX-Konzern habe dadurch die gesteckten Ziele übertreffen.

Die Zahlen überzeugen

Mit den vorläufigen Jahreszahlen übertraf Jenoptik nicht nur die eigene Prognose, sondern auch die Erwartungen der Analysten. Der Konzernumsatz stieg 2018 demnach um knapp zwölf Prozent auf rund 834 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Die Geschäftsentwicklung habe Traeger zufolge vor allem von der hohen Nachfrage aus der Halbleiterindustrie profitiert. Zudem lieferten die Thüringer Mautkontrollsäulen an den deutschen Betreiber Toll Collect aus, was ebenfalls Schub gab. Am stärksten stieg der Umsatz in Amerika und Europa.

Der operative Gewinn (Ebit) legte deutlich um etwa 22 Prozent auf rund 95 Millionen Euro zu im Vergleich zu Vorjahr. Zudem arbeitete Jenoptik profitabler: Die Ebit-Marge verbesserte sich um einen Prozentpunkt auf 11,4 Prozent. Damit übertraf der SDAX-Konzern seine im Herbst erhöhte Prognose, die einen Umsatz von 820 bis 830 Millionen Euro sowie ein Ebit von über 90 Millionen Euro anpeilte.

Auch beim Auftragseingang überzeugte Jenoptik. Das Unternehmen aus Jena erhielt 2018 insgesamt Aufträge im Wert von rund 874 Millionen Euro – ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Rekordwert. Der Auftragsbestand stimmt den Chef zuversichtlich, auch im laufenden Geschäftsjahr 2019 erneut Rekordwerte zu erreichen.

Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 will Jenoptik am 21. März veröffentlichen.

Breit aufgestellt und gut vorbereitet für die Zukunft

Jenoptik ist breit aufgestellt. So bedient der Technologiekonzern Kunden aus der Halbleiter- sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Automobilbranche und der Medizintechnik. Das Geschäft teilt sich dabei in drei Sparten auf: Das Kerngeschäft Optik und Optoelektronik, die Verkehrstechnik sowie die Mechatronik, wo mechanische und elektrische Komponenten etwa für die Luftfahrt und Rüstungsindustrie hergestellt werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich viel getan bei Jenoptik. Mit der neuen “Strategie 2022” will sich Traeger wieder stärker auf das Optik und Optoelektronik konzentrieren, die Internationalisierung des Konzerns vorantreiben und mehr Geld in die Forschung investieren.

Zudem organisierte Jenoptik seine Segmente um. Das Mechatronik-Geschäft wird seit September unter der eigenständigen Marke Vincorion geführt. Beobachter rechnen seit einiger Zeit mit einem Verkauf der Sparte. Traeger bekräftigte erst jüngst gegenüber unserem Schwesterblatt Euro am Sonntag: “Derzeit können wir sagen, dass wir mit Blick auf einen Verkauf von Vincorion weder eine Beschlussfassung noch einen konkreten Plan haben”. Auszuschließen für die Zukunft sei dies allerdings nicht.

Um die Stellung als Zulieferer der Automobiltechnik zu stärken, kaufte das Unternehmen Mitte Juli die kanadische Firma Prodomax. Die deutlich kleineren Übernahmen der Otto-Gruppe und Ovitec stärkten vor allem den Bereich des Messtechnik-Geschäfts. Die Akquisitionen leisteten 2018 mit rund 37 Millionen Euro einen deutlichen Beitrag zum Konzernumsatz.

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Bildquelle: Jenoptik AG