Umtausch von Führerscheinen könnte schon ab 2022 kommen


Berlin 
Bis 2033 sollen 43 Millionen Führerscheine in Deutschland umgetauscht werden. Das bedeutet für Autofahrer viel Bürokratie und Aufwand.



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43 Millionen Führerscheine müssen aufgrund einer Richtlinie der Europäischen Union bis 2033 umgetauscht werden. Es drohen Warteschlangen in den Ämtern und viel Bürokratie. Und vor allem Bußgelder, wenn man nicht tauscht. Bei bestimmten Fahrern gilt die Verweigerung sogar als Straftat.

Daher diskutiert der Bundesrat am Freitag einen Vorschlag des Verkehrsausschusses, wonach ein Stufenmodell eingeführt werden soll, um den Umtausch zu entzerren. Dieser Stufenplan sieht Umtauschdaten nach Geburts- und Ausstellungsjahren vor.

Führerschein-Umtausch – Das Wichtigste in Kürze:

  • Bis 2033 müssen 43 Millionen deutsche Führerscheine umgetauscht werden
  • Das wird für viel Bürokratie sorgen
  • Der Bundesrat berät daher ein Stufenmodell, um den Umtausch zu entzerren
  • Erste Führerscheine müssten dann bereits bis 2022 umgetauscht werden

Auch Besitzer von „Scheckkarten“-Führerscheinen sind betroffen

Von dem Umtausch sind einerseits diejenigen betroffen, die noch eine Fahrlizenz aus Papier besitzen. Das betrifft alle Führerscheine, die bis 1998 ausgestellt wurden – rund 15 Millionen Fahrerlaubnisse in Deutschland.

Andererseits müssen aber auch Führerscheine, die zwischen 1999 und 2013 im Scheckkartenformat ausgegeben wurden, umgetauscht werden. Damit kommen nochmal weitere 28 Millionen Führerscheine hinzu.

Ziel der EU-Richtlinie ist es, dass europaweit einheitliche, fälschungssichere Führerscheine ab 2033 ausgegeben werden. Der ADAC schreibt, dass alle Führerscheine zudem in einer Datenbank erfasst werden sollen. So soll Missbrauch verhindert werden.

Führerschein-Umtausch – so funktioniert es

Für Besitzer von Führerscheinen, die vor 2013 ausgestellt wurden, könnte der Umtausch zum Ärgernis werden. Denn in Deutschland lassen sich Führerscheine nach wie vor nicht online beantragen,
der persönliche Gang zum Amt wird fällig. Dort müssen Personalausweis oder Reisepass, der aktuelle Führerschein und ein biometrisches Passfoto vorgelegt werden.

Der Umtausch wird nach Geburtsdatum geregelt:

  • vor 1953: Bis 19.1.2033
  • 1953 bis 1958: Umtausch bis zum 19.1.2022
  • 1959 bis 1964: Umtausch bis 2023
  • 1965 bis 1970: Umtausch bis 2024
  • ab 1971: Umtausch bis 2025

Wie lange ist der alte graue und rote Führerschein noch gültig?

Wer noch einen rosafarbenen Führerschein aus Papier oder einen grauen Führerschein besitzt, die bis 1986 ausgestellt wurden, und nicht mehr am damaligen Ausstellungsort wohnt, muss sich auf weiteren Aufwand einstellen.

Dann muss man sich nämlich von der Behörde, die die Fahrerlaubnis ursprünglich ausstellte, eine sogenannte Karteikartenabschrift einfordern und diese bei der Ummeldung vorlegen.

Was kostet es, den Führerschein umzutauschen?

Neben Nerven bei möglichen Warteschlangen in den Behörden kostet der Umtausch auch Geld. Rund 25 Euro werden für jeden Umtausch fällig.

Werden alle 43 Millionen Führerscheine auch wirklich umgetauscht, wird über eine Milliarde Euro für den Umtausch gezahlt. Die Bearbeitungsdauer für den Vorgang soll zwischen drei und vier Wochen liegen.

Bei Verweigerung werden zehn Euro fällig

Anschließend werden Führerscheine nur noch für 15 Jahre gültig sein. Sich Nerven und Zeit zu sparen und den Lappen einfach nicht umzutauschen, klingt zunächst verlockend, hilft aber auch nicht weiter.

Wer seinen Führerschein nicht umtauscht und erwischt wird, muss zehn Euro Verwarnungsgeld zahlen. Bei Lkw- und Busfahrern wird ein unterlassener Umtausch laut ADAC als Straftat gewertet. Außerdem kann es passieren, dass es bei Einreisen in andere Länder zu „erheblichen Problemen kommen“ kann, schreibt der ADAC.

Bis wann muss der Führerschein umgetauscht werden?

Mit der nun vorgeschlagenen Stufentabelle müssten diejenigen, die zwischen 1953 und 1958 geboren wurden und noch einen Papierführerschein besitzen, ihre Fahrerlaubnis bereits bis zum 19.01.2022 umgetauscht haben.

Am längsten haben diejenigen Zeit, deren Führerschein bereits im Scheckkartenformat zwischen 2012 und 2013 ausgestellt wurde. Sie müssten den Führerschein erst bis zum 19.01.2033 umtauschen.

Hier finden Sie alle Informationen zum Umtauschen des Führerscheins. (tki)