Dynamo-Joker Röser reißt Magdeburg zwei Punkte aus der Hand

Magdeburgs Jan Kirchhoff foult Dynamos Baris Atik

Heißes Duell zwischen FCM-Kapitän Jan Kirchhoff und Baris Atik.
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Rother krönt feinen Spielzug

Und die Kontrahenten ließen sich von der prächtigen Atmosphäre anstecken, schalteten umgehend in einen hohen Gang. Allein es fehlte zunächst allen voran in den Gefahrenzonen die Präzision. SGD-Rechtsverteidiger Linus Wahlqvist schaufelte die erste Gelegenheit in Rücklage über das Tor (12.). FCM-Keeper Giorgi Loria musste eingreifen, als Aosman von der Strafraumgrenze aus der Drehung abzog (29.). Während die Schwarz-Gelben versuchten, mit geduldigem Spielaufbau Akzente zu setzen, lauerte Magdeburg auf schnelle Umschaltaktionen.

Niklas Kreuzers Schuss aus 17 Metern nach zuvor ansprechender Ballstafette wurde geblockt (31.). Auf der Gegenseite flog Philip Türpitz‘ unangekündigter Heber aus weiter Entfernung gar nicht mal so weit drüber (40.). Aber einmal sollten die Blau-Weißen vor dem Halbzeitpfiff noch auftrumpfen – und zwar richtig. Michel Niemeyer steckte auf halblinks durch zu Marius Bülter, der gedankenschnell an den langen Pfosten quer spielte, wo Björn Rother vollkommen allein gelassen aus Nahdistanz via Innenpfosten vollendete (43.).

Magdeburg erzielt das 0:1 durch Marius Bülter

Die Gäste-Führung – Marius Bülter trifft via Innenpfosten, Niklas Kreuzer kommt zu spät.
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FCM lange souverän

Diese Führung gab den Gästen Selbstvertrauen, die nach Wiederbeginn ruhig, kompakt und äußert clever auftraten. Die Dresdner dagegen taten sich bei allem Bemühen sichtlich schwer, überhaupt eine Lücke bis in den gegnerischen Strafraum zu finden. Nur einmal ging es schnell – auf der rechten Seite über Wahlqvist, der Haris Duljevic bediente, ehe sich Tobias Müller in dessen Abschluss schmiss (55.).

In der eigenen Offensive machte der FCM jedoch zu wenig aus seinem Rückenwind. Niemeyers links vorbei ziehender Schuss blieb lange der einzige Abschluss (56.). Günstige Kontergelegenheiten wie in der 59. Minute, als der frei gespielte Bülter die entscheidende Vorlage nach innen nicht durchbrachte, wurden liegen gelassen.

So blieben die Schwarz-Gelben immer in Reichweite und erarbeiteten sich im Schlussakkord doch noch die punktebringende Aktion. Baris Atik schlenzte von halblinks an den langen Pfosten, wo der eingewechselte Lucas Röser bereits in der Luft stand, um halb mit dem Hinterkopf, halb mit der Schulter den bis dato nahezu beschäftigungslosen Loria zu überwinden (86.).

Lucas Röser köpft zum 1:1 Endstand

Als dem FCM drei Punkte zum Greifen nah waren, stieg Lucas Röser höher als Timo Perthel und köpfte den Ausgleich.
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Das sagten die Trainer

Michael Oenning (Magdeburg): “Ich glaube, dass das Spiel von unserer Seite gehalten hat, was wir erwartet haben. Wir haben zwar nicht unbedingt dominiert, aber sowohl in der Abwehr als auch nach vorn kontrolliert gespielt. Das Remis ist erstmal schlecht für uns, weil wir die Punkte dringend gebraucht hätten. Gut aber ist, dass wir nach zwei verkorksten Spielen endlich wieder in die Spur gekommen sind, obwohl wir uns nicht vollständig belohnt haben. Aber letztendlich kann ich mit der Punkteteilung trotzdem leben.”

Christian Fiel (Dresden): “Wir wollten heute da weitermachen, wo wir gegen Bochum aufgehört haben. Das ist uns leider nicht gelungen. Wir waren teilweise zu langsam in den Zweikämpfen, haben zu wenig Bewegung nach vorn gehabt und viele Eins-gegen-Eins-Situationen nicht genutzt. Das war unter meinen Erwartungen und deshalb kann ich nicht zufrieden sein. Es ist doch eine Binsenweisheit: wer nicht zwingend spielt, schießt auch keine Tore. Wir haben jetzt ein kurzes Trainingslager vor der Nase und da müssen wir alle an einem Strang ziehen.”