"Ein starkes Team": Tatort Schrebergarten

In der Gartenkolonie Berolina liegt ein Toter – ein Ex-Kommissar, der seit Kurzem in Rente ist. Was liegt da näher, als Otto Garber (Florian Martens) undercover einzuschleusen?

Kommissar Otto Garber (Florian Martens) vom “starken Team” ist unter die Angler gegangen. Urlaubsschwer lässt er sich am Ufer der Havel in seinen Anglerstuhl fallen – und macht prompt den Maikäfer rücklings. Bis er dann allerdings am Ende der Folge mit dem schönen Titel “Erntedank” auch noch ins Wasser fällt, dauert es eine ganze Weile, genau genommen nicht so furchtbar spannende 90 Minuten lang. Ein kürzlich in den Ruhestand getretener Ex-Kommissar ist in einer Laubenkolonie ermordet worden. Der Gartenvereinsvorstand hatte sich zu Lebzeiten reichlich unbeliebt gemacht.

Des Mordes Verdächtige gibt es fast genauso viele, wie Parzellen in der Schrebergartenkolonie. Man hatte es ja schon immer gewusst: Kleingärtner führen ein gefährliches Leben. Der Neid wächst mit, wenn Phlox und Rosen sprießen. Und wehe, die Obstbäume hängen hinüber ins nächste Areal. Der Streit am Gartenzaun ist jedenfalls vorprogrammiert, und nicht jeder Tote muss ja Opfer eines Mordes sein. Ein Unfall oder Totschlag tut es auch.

Albert Kramm, der tote Polizist, soll ein rechtes Ekel gewesen sein, auch wenn er sich für seine Kolonie immer tatenfroh eingesetzt hat. Wie es scheint, hat Kramm allerlei Mitglieder erpresst: mal wegen der nicht ordnungsgemäßen Entsorgung von Pflanzenpilzen, mal auch wegen Schwarzarbeit und hinterzogener Sozialabgaben und des Verkaufs abgelaufener Lebensmittel, wie im Falle des Wirts im Vereinslokal.

Neid und Missgunst im Kleingarten

Otto schmeckt’s bei ihm trotzdem. Man hat ihn undercover in die Schrebergartenkolonie eingeschleust. Sein Ohr wird dort immer größer, die Kleingärtner machen es ihm aber auch furchtbar leicht. Geradezu anstrengungslos kriegt er vieles mit von allerlei mitmeschlichen Bezeiehungen, mal homo-, mal auch heterosexuell orientiert. Eifersucht ist da genauso im Spiel wie die Furcht vor dem Ordnungsamt: Unter der Grasnarbe wurde Giftmüll entdeckt, den es heimlich zu entsorgen gilt.

Sehr lange aber fällt in diesem verhäkelten Kleingarten-Thriller der Verdacht auf Markus (Sebastian Hülk), den Sohn des toten Kommissars. Noch im Dienst, hatte ihn der Vater hinter Gitter gebracht, als Mitglied einer Einbrecherbande, die Villen reicher Leute knackte. Ausgerechnet jetzt, da Markus frisch aus dem Gefängnis entlassen ist, wird der Vater erschlagen.

Der obligate Humor erwächst diesmal weniger aus Sputniks (Jaecki Schwarz‘) Sekundenauftritt als schlitzohriger Schrottauto-Verleiher, als aus Ottos etwas überdehnter Undercover-Situation, die er nach dem Kleingartenmotto: “Hier fragt dich keiner, wer du bist und was du hast!” äußerst weidlich nützt.

Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck), Ottos Kollegin, wirkt indessen mit bescheidener Zuträgerrolle unzureichend bedacht, während ihr Chef Reddemann (Arnfried Lerche) mit wichtigtuerischen Kommentaren zunehmend nach vorne drängt. Wer aber immer schon damit liebäugelte, stolzer Besitzer einer Kleingarten-Parzelle zu werden, ist wohl nun von diesem Ansinnen wieder ein Stückweit abgerückt. Lieber mit Otto angeln geh’n.

Quelle: teleschau – der Mediendienst