FC Schalke 04, Vfb Stuttgart und Co: Stimmen zu den Samstagsspielen

Der FC Schalke 04 hat beim Comeback von Huub Stevens eine 0:1-Pleite gegen RB Leipzig kassiert, der VfL Wolfsburg ein Schützenfest gefeiert und der VfB Stuttgart sich einen Punkt erkämpft. Die Stimmen zu den Samstagsspielen der Fußball-Bundesliga:

Lucien Favre (Trainer BVB) …

… zum Spiel: “Das Spiel war verrückt – vor allem in der zweiten Halbzeit. Es war für alle spannend. Am Ende haben wir verdient gewonnen, weil wir mehr Torchancen hatten als Hertha!”

… über das vermeintliche Handspiel vorm Elfer zum 1:2: “Wer hat das erfunden [die Regelung des Handspiels Anm. d. Red.]? Das ist dumm, dumm, dumm. Das kann kein Fußballer akzeptieren. Ein Skandal nach dem anderen! Keiner versteht das.”

… zum Siegtor von Marco Reus: “Es ist schwer, mit einem Kontakt das Tor zu machen.”

… zur Frage, ob die Situation zwischen Ondrej Duda und Abdou Diallo elfmeterwürdig ist: “Es ist zu wenig für mich.”

… zur ersten Gelben Karte gegen Jordan Torunarigha: “Man kann sie geben. Er hat aber keine Intention ihn zu verletzten.”

… zur Hertha: “Wir wollten unbedingt gewinnen. Berlin hat eine sehr gute und talentierte Mannschaft. Es ist nicht einfach, gegen diese Mannschaft zu spielen. Wenn sie alle Spieler behalten können, haben sie eine gute Mannschaft in der Zukunft.”

Marco Reus (BVB) …

… zum Spiel: “Das Wichtigste sind die drei Punkte, die helfen uns am meisten. Wir nehmen mit, dass es ein unheimlich interessantes Spiel war. Der Platz war echt schwer zu bespielen, weil er sehr seifig und rutschig war. Mich hat es etwas gewundert, dass die Berliner sehr offen gespielt haben. Wir haben gewusst, dass sie über den ganzen Platz Eins-gegen-Eins spielen, wir haben in der ersten Hälfte uns nicht so zugetraut nach vorne zu spielen und hatten trotzdem die ein oder andere Möglichkeit, die wir dann leichtfertig vergeben. Die zweite Hälfte haben wir gut dominiert und sehr druckvoll agiert. Da haben wir besseren Fußball gezeigt als in der ersten Halbzeit. Aufgrund der zweiten Halbzeit geht der Sieg in Ordnung.”

… zu den vergebenen Torchancen: “Wir wissen schon, dass es momentan nicht so leichtfüßig geht wie in der Hinrunde. Momentan erarbeiten wir uns die Torchancen sehr, sehr hart. Wir verlieren dadurch etwas Kraft. Nur so kriegen wir mehr Selbstvertrauen. So ein Sieg in der 92. Minute gibt der Mannschaft einen unheimlichen Push. Natürlich hat man heute auch gesehen, dass wir noch enorm viel zu verbessern haben.”

… zu den Ausfällen vor dem Spiel: “Wir haben eine unheimlich starke Mannschaft – auch in der Breite. Wir sind unheimlich glücklich, dass wir so Spieler in den Reihen haben, die dann reinkommen. Jacob Bruun Larsen hat es vorne sehr gut gemacht, weil er sehr viel in die Tiefe läuft. Das gibt uns sehr viele Möglichkeiten.”

Thomas Delaney (BVB) …

… zu seiner Leistung: “Das war ein schweres Spiel. Wir mussten alles geben, meine Beine sind kaputt, meine Stimme ist kaputt. Als Mannschaft haben wir heute ganz, ganz viel erarbeitet. Es war schwer am Anfang, aber wir haben es in der zweiten Halbzeit sehr gut gemacht. Und lass uns ehrlich sein, wir müssen noch ein paar Tore mehr machen.”

… zur Berliner Taktik: “Wir haben uns vor allem auf die Situationen Mann-gegen-Mann vorbereitet. Das haben wir in der ersten Hälfte nicht gut genug gemacht. Der Platz kam in der zweiten Halbzeit und das war am Ende der Schlüssel zum Sieg.”

… zur Bedeutung des Sieges: “Wir wissen alle, dass wir alle Spiele gewinnen müssen, weil Bayern kommt. Für uns als Mannschaft ist so ein Sieg mental sehr wichtig.”

… zum Titelrennen: “Natürlich wollen wir alles geben. Wir wissen, es wird schwer, aber warum nicht alles versuchen?”

Manuel Akanji (BVB): “Wir haben vor allem in der zweiten Hälfte viel investiert und es hat sich zum Glück auch gelohnt. Es tut uns sehr gut, diesen Sieg mitzunehmen.”

Pál Dárdai (Trainer Hertha BSC) …

… zur Frage, ob die Situation zwischen Ondrej Duda und Abdou Diallo elfmeterwürdig ist: “Er trifft null den Ball, das ist Elfmeter, Leute sorry. Er hatte den Ball und kann schießen. Das ist nicht in Ordnung. Dann geht es weiter. Jordan Torunarighas erste Gelbe Karte war keine Gelbe Karte. Aber lassen wir das. Es war ein toller Abend, wir haben kein Glück in letzter Zeit. Wir müssen einfach weiterarbeiten.”

… zum Spiel: “Wir sind schlecht aus der Halbzeit gekommen und haben das unglückliche Tor kassiert. Danach haben wir uns geschüttelt, haben gut gespielt und es gab auch ein paar Torchancen für uns.”

… zur Roten Karte gegen Vedad Ibisevic: “Wenn das Absicht war, muss er Handball spielen, weil es richtig platziert ist. Er soll gar nichts schmeißen, unnötig. Aber das war nicht mehr entscheidend.”

Niklas Stark (Hertha BSC) …

… zur Nominierung für das DFB-Team: “Natürlich ehrt es mich. Ich bin mega happy wegen der Nominierung. Aber heute haben wir 2:3 verloren und ich bin noch etwas enttäuscht. Ab morgen wird die Vorfreude kommen, aber heute ist die Enttäuschung noch sehr groß.”

… zur Frage, ob die Situation zwischen Ondrej Duda und Abdou Diallo elfmeterwürdig ist: “Es ist ein Elfmeter, vor allem weil er ihn am Fuß hinten auch noch erwischt. Es ist natürlich ein bisschen knifflig das auch zu sehen, aber deswegen haben wir auch den Video-Assistenten. Vielleicht kann er es nochmal mit dem Video-Schiedsrichter anschauen, so wie es später auch bei der Roten Karte geschehen ist, dann kann man es noch einmal analysieren. Einfach zu sagen, kein Elfmeter, das ist ein bisschen fragwürdig.”

… zum Spiel: “Bis zum Tor haben wir gut nach vorne verteidigt. Danach haben wir es verpasst, vorne Druck zu machen. Dann wurde es schwer gegen den BVB, der natürlich eine sehr schnelle Offensive hat. Die zweite Halbzeit war sehr viel Kampf, da war es egal, wer wohin geht. Leider hat es nicht geklappt.”

Huub Stevens (Trainer Schalke 04): “Ich bin enttäuscht, dass wir verloren haben. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht gerne verliere. Die Jungs haben alles gegeben, waren enttäuscht und haben sich wieder hoch gekämpft. Es ist eine Enttäuschung, dass wir nichts mitgenommen haben.”

Sebastian Rudy (Schalke 04): “Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert, uns aber nicht belohnt. Es stehen leider am Ende null Punkte zu Buche. Das ist bitter! Nur durch harte Arbeit werden wir es wieder hinbekommen, die Kugel über die Linie zu drücken. Das ist uns heute nicht gelungen, es waren genügend Chancen da. Ich denke aber, dass wir auf dem Platz engagiert zu Werke gegangen sind. Gerade in der zweiten Hälfte haben wir die Leipziger gut unter Druck gesetzt. Es reicht aber nicht, nur gut zu spielen. Wir müssen Punkte sammeln – egal wie! Die kommenden zwei Wochen werden wir nutzen, um hart zu arbeiten und weitere Schritte nach vorne zu machen.”

Alexander Nübel (Schalke 04): “Das Spiel war ordentlich, aber die Torabschlüsse haben gefehlt. Wir hatten gute Ballstafetten, es fehlten aber die gefährlichen Aktionen im letzten Drittel. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dieser Leistung in den kommenden Wochen Punkte einfahren werden. In den vergangenen 48 Stunden hat das neue Trainerteam versucht, durch Gespräche auf uns einzuwirken. Es gilt jetzt, die Pause zu nutzen, um die Ideen und den Plan des neuen Trainers zu verinnerlichen. Die U21-Länderspiele habe ich abgesagt, da ich auf Schalke bleiben will, um in den kommenden zwei Wochen mit der Mannschaft malochen zu können. Intensive Arbeit ist gefragt, damit wir schnellstmöglich neue Abläufe in unser Spiel integrieren und gemeinsam etwas Zählbares für unser Punktekonto holen.”

Ralf Rangnick (Trainer RB Leipzig): “Es war klar, dass der Trainerwechsel die Aufgabe für uns nicht leichter macht. So war es auch. Für uns war es ein enorm wichtiger Sieg, aber er war schwer erkämpft, wir mussten in der zweiten Halbzeit viel Druck standhalten. Es gab schon den einen oder anderen Wackler, aber am Ende zählen die drei Punkte.”

Bruno Labbadia (Trainer VfL Wolfsburg): “Das war vom Kopf her eine richtig gute Leistung von uns. Gegen Düsseldorf in Rückstand zu geraten, ist echt hart. Ich war aber nicht so unzufrieden mit der ersten Halbzeit. Dann haben wir ein paar Sachen verändert, waren noch gieriger und konsequenter. Die Endphase war extrem wild auf beiden Seiten.”

Friedhelm Funkel (Trainer Fortuna Düsseldorf): “Es war ein merkwürdiges Spiel mit vielen Torszenen, vor allem in der zweiten Halbzeit. Die drei Gegentore in fünf Minuten dürfen so niemals fallen. Unsere Innenverteidiger, die sonst eine Bank sind, hatten keinen guten Tag heute. Ich glaube, dass jedem jetzt klar ist: Wenn wir nicht zu 100 Prozent konzentriert sind, wird es schwer, in der Bundesliga zu bestehen. Die Alarmglocken müssen nach so einem Spiel schrillen, das ist klar.”

Manuel Baum (Trainer FC Augsburg): “Wir hatten einige Rätsel zu lösen, es war schwer, Weydandt und Jonathas zu verteidigen. Es war wichtig, im Kopf nicht einzubrechen. Wir haben nicht aufgegeben und man hat gespürt, dass die Mannschaft es unbedingt drehen wollte. Wir haben die Punkte verdient geholt.”

Thomas Doll (Trainer Hannover 96): “Es ist ja nichts Neues, dass ich dem anderen Trainer gratuliere. Wir haben ein gutes und vernünftiges Auswärtsspiel gezeigt – gerade in der ersten Halbzeit. Wir hatten die Chance, auf das zweite zu gehen, da wäre mehr dringewesen. Es ist wirklich bitter, dass man sich für die Leistung wieder gar nichts kaufen kann. Wir waren bei Standards nicht aufmerksam genug.”

Markus Weinzierl (Trainer VfB Stuttgart): “Wir können mit dem Punkt leben. Es ist auch ein gerechtes Ergebnis. Gegen so einen guten Gegner musst du einfach zufrieden sein, wenn du noch den Ausgleich machen kannst. Ich finde, wir nehmen eine stetige Entwicklung, mit dem Punkt können wir weiterarbeiten. Noch achtmal so eine Leistung, dann habe ich Zuversicht, dass wir auf direktem Weg in der Bundesliga bleiben können.”

Julian Nagelsmann (Trainer TSG Hoffenheim): “Wenn man die Chancen auf beiden Seiten sieht, geht der Punkt am Ende des Tages schon in Ordnung. Wir waren lange feldüberlegen, haben aber vergessen, das zweite Tor nachzulegen. Man muss so ein Spiel auch mal über die Zeit bringen. So ein Gegentor habe wir schon 15- oder 16-mal bekommen in diesem Jahr. Aber ich will mich nicht beschweren. Mit drei Punkten hätte ich mich gefreut – dem Markus gegenüber aber nicht unendlich wohlgefühlt.”