2:3 gegen Darmstadt: So dumm verliert nur der HSV

Die gigantische Chance, die sie da liegen ließen, wird ihnen noch lange im Kopf herumspuken. Anstatt einen gewaltigen Schritt in Richtung Aufstieg zu setzen, tritt der HSV mit voller Kraft auf die Euphoriebremse – und vergeigt gegen Darmstadt 2:3 (2:0). Das Zittern geht weiter.

Zumindest in einem waren sie sich fast alle einig. Bloß weg, lautete die Devise. „Nein, nein“, murmelte Abwehrmann Rick van Drongelen, als er nach dem Abpfiff an allen Fragestellern vorbei in die Kabine eilte, sein Keeper Julian Pollersbeck folgte mit einem Kopfschütteln. Was sollte man dazu auch sagen? Khaled Narey versuchte es wenigstens und kam zu dem Schluss: „Ich habe keine Erklärung.“

Ist schon unglaublich, was der HSV mit seinen Fans anstellt. Nach der schönsten Party des Jahres, dem 4:0 am Millerntor, folgte nun ein gigantischer Tiefschlag, den zumindest nach 16 Minuten niemand mehr erwartet hätte. Da führte der HSV durch Jattas Kopfball (5.) und Lasoggas Strafstoß (16.) komfortabel und hochverdient mit 2:0. Doch diese Mannschaft ist eben für jede Überraschung gut.

So dumm verliert nur der HSV. An einem Tag, an dem er auf dem besten Weg war, den Ausrutscher von Union Berlin vom Freitag auszunutzen und den Konkurrenten auf sechs Punkte zu distanzieren. Stattdessen bleibt es eng. Und jede weitere Pleite könnte für den HSV mit dem Sturz auf Rang drei verbunden sein.

Hannes Wolf sah es kommen. Früh schon. Der Trainer erkannte vor 54 668 Fans bereits in der ersten Hälfte Anzeichen dafür, dass das Spiel noch kippen könnte. „Schon da haben wir etwas den Zugriff aufs Spiel verloren, Bälle zu leicht hergegeben und nicht mehr so gepresst“, so der Trainer. „Dabei wussten wir, dass 2:0 ein gefährliches Ergebnis ist.“

Hinterher sah sich Wolf bestätigt. Zunächst verkürzte Mehlem gegen den auf Abseits spielenden HSV auf 2:1 (52.). Dann, nachdem Stark den Pfosten getroffen hatte (70.), landete Kempes Freistoß im Netz – 2:2 (82.). Und während Jatta in der Nachspielzeit die Chance zum 3:2 liegen ließ, traf Mehlem im Gegenzug für Darmstadt und ließ den HSV eiskalt duschen – 2:3. „Das ist in jeder Hinsicht sehr, sehr bitter“, lautete Wolfs Fazit.

Zwei Wochen hat der HSV nun Zeit, diese Pleite aus den Köpfen zu bekommen, dann geht es nach Bochum. Was der HSV dann für seine Fans parat hat? Wer weiß das schon. Er ist zu allem fähig. In jede Richtung. An jedem einzelnen Spieltag.