Ärzte-Streiks an Krankenhäusern drohen ab April

Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern könnte es ab April zu ersten Warnstreiks kommen. Das sagte ein Sprecher des Marburger Bundes MDR AKTUELL. Derzeit würden in den einzelnen Landesverbänden der Ärzte-Gewerkschaft die Vorbereitungen dafür getroffen.

Nur wenige Kliniken betroffen

Wann genau, wo und in welchem Umfang es zu Warnstreiks kommen könnte, stehe noch nicht fest, sagte der Sprecher weiter. Das hänge auch davon ab, ob sich die Arbeitgeberseite – die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, VKA – in den kommenden Tagen auf die Gewerkschaft zubewege.

Der Schriftzug Notaufnahme steht an einer Tür

Die Notaufnahmen bleiben geöffnet, im Falle von Streiks wird.
Bildrechte: dpa

In Ostdeutschland ist jedoch die Zahl der Krankenhäuser überschaubar, an denen ein Tarifvertrag mit der VKA gilt. Der Großteil der Kliniken hat Haustarifverträge abgeschlossen.

In Sachsen zum Beispiel werden Ärzte unter anderem im Städtischen Klinikum Dresden, im Erzgebirgsklinikum Annaberg, im Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau sowie in den Muldentalkliniken Grimma und Wurzen nach der VKA-Tarifvereinbarung bezahlt. In Sachsen-Anhalt sind das Altmark Klinikum und das Städtische Klinikum Dessau betroffen.

Im Streikfall soll es Notdienste geben

Sollten die Arbeitgeber in den kommenden Tagen kein neues Angebot unterbreiten, sind nach Angaben des Sprechers des Marburger Bundes auch reguläre Streiks möglich. Dafür werde eine Urabstimmung unter den Gewerkschaftsmitgliedern vorbereitet. An den Krankenhäusern werde es dann Notdienstvereinbarungen geben.

Die Tarifverhandlungen waren im Januar gestartet. Die Tarifkommission des Marburger Bundes hatte am Samstag das Angebot der VKA als “nicht akzeptabel” zurückgewiesen. Der Marburger Bund fordert bezogen auf ein Jahr fünf Prozent mehr Geld und eine Höchstgrenze für Bereitschaftsdienste. Die VKA boten nach eigenen Angaben 5,4 Prozent mehr Gehalt für die Ärzte, gestaffelt über zweieinhalb Jahre.