Artur Mann muss auf die Bretter

Im Emperors Palace in Johannesburg verpasst Artur Mann seine große Chance auf den WM-Titel der IBO im Cruisergewicht. Gegen Lokalmatador Kevin Lerena muss der Stuttgarter in Runde vier den ersten technischen K.o. seiner Karriere hinnehmen.

Vor dem Kampf zeigte sich der 28-Jährige hochmotiviert und war optimistisch, mit dem WM-Titel nach Deutschland zurückzufliegen. Seine bisherige Karriere gab auch allen Grund zur Hoffnung. In 15 Profikämpfen ging Mann 15 Mal als Sieger hervor und beendete acht davon vorzeitig.

Verhaltener Kampfbeginn von beiden

Aber im Kampf war von der Zuversicht nicht mehr viel zu erkennen. Lediglich die erste Runde konnte Mann offen gestalten. Das lag aber auch daran, dass Lerena sehr abwartend in den Fight ging.

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“Die erste Runde habe ich abgewartet, was Artur macht. Aber mir war klar, dass ich mich irgendwann ranschieben kann. Und dann war es nur noch der Kampfplan, den ich umsetzen musste. Ich habe gemerkt, dass ich zu hart schlage für ihn”, so der Südafrikaner.

Lerena wird immer stärker

Ab der zweiten Runde übernahm Lerena zunehmend das Kommando. Seine Schläge waren wuchtiger und zielgerichteter. Mann agierte immer zurückhaltender.

In Runde vier machte der Südafrikaner dann ernst und zeigte immer wieder Schlagserien, die auf Mann niederprasselten. 54 Sekunden vor Schluss der Runde musste der Deutsche zum ersten Mal auf die Bretter. Da kam er zwar nochmal zurück, wurde aber 20 Sekunden später endgültig zu Boden geschickt.

Direkt nach dem Kampf war Artur Mann komplett unzufrieden mit seiner Leistung und konnte noch nicht so ganz in Worte fassen, was da passiert war. “Ich kann kaum reden und weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe mich gut gefühlt. Aber es ist Boxen. Da kann ein Schlag alles entscheiden. Wir sind alles schwere Jungs, er hat gut getroffen. Bisschen blöd, ne”, versuchte er ein erstes Fazit.

Hoffnung auf die Zukunft

Vor allem das plötzliche Ende wurmte ihn besonders. Die Wirkung konnte er nicht mehr abschütteln. “Ich konnte danach nichts mehr umsetzen. Der erste Schlag war noch Okay, aber der zweite kam dann durch.”

Dennoch nimmt er auch Positives aus dem Kampf mit. Vor allem die Erfahrung aus einem WM-Fight bestärkt Mann, noch härter an sich zu arbeiten, um weitere Titelkämpfe erfolgreicher zu gestalten. “Nicht jeder kann mal um eine WM boxen. Ich habe mit 15 Kämpfen um eine WM geboxt. Es ist alles Erfahrung und ich entwickel mich. Was mich nicht umbringt, macht mich stärker”, zeigt sich Mann motiviert für seine weitere Karriere.

Keine deutschen Siege in den Vorkämpfen

Im Superleichtgewicht musste sich Timo Schwarzkopf dem Südafrikaner Gift Bholo nach Punkten geschlagen geben. Trotz einer guten Leistung des Stuttgarters sahen zwei Ringrichter seinen Gegner vorne (58:56, 59:55). Lediglich ein Judge sah ein Unentschieden – ein durchaus strittiges Urteil.

Team Sauerland hat daher gegen das Urteil Beschwerde eingelegt. Jetzt muss der südafrikanische Verband über diesen Einspruch entscheiden.

Zuvor trennten sich bereits Xhek Paskali und Alex Kabangu unentschieden. Je ein Ringrichter sah Paskali (39:37) oder Kabangu (39:37) vorne. Der dritte Kampfrichter wertete den Kampf unentschieden (38:38).

Die LIVE-TV-Kämpfe im Überblick

Alex Kabangu (COD) – Xhek Paskali (GER) Unentschieden
Gift Bholo (RSA) – Timo Schwarzkopf (GER)
Artur Mann (GER) – Kevin Lerena (RSA)
Fardji Said (DRC) – Keaton Gomes (RSA)

Die Sieger sind hervorgehoben.